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Die Focus Europa Nachrichten vom 22. Juli 2011:

        
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Brief description 1. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen sind ab diesem Wochenende auch in New York erlaubt
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat verfügt, dass für den ersten Geltungstag des Gesetzes, den kommenden Sonntag, extra die Standesämter der Stadt geöffnet werden sollen. Bloomberg ging noch einen Schritt weiter: Normalerweise müssen zwischen Anmeldung und Heirat 24 Stunden liegen, auch diese Frist hat die Stadt ausgesetzt.
Mehrere hundert schwul-lesbische Paare wollen gleich am ersten Geltungstags des neuen Rechts heiraten.
Der von den Republikanern dominierte Senat des Bundesstaates New York in Albany hat vor einem Monat mit knapper Mehrheit die Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen beschlossen. 29 SenatorInnen stimmten dagegen, 33 dafür. Befürworter gab es vor allem unter den Demokraten. Vorangegangen war eine monatelange Debatte, in der sich die Opponenten gegenseitig scharf und auch sehr persönlich angriffen. Vor zwei Jahren war ein entsprechender Gesetzentwurf im damals noch von den Demokraten beherrschten Senat gescheitert.
New York ist jetzt der sechste und bei weitem größte Bundesstaat, der Homosexuellen die Heirat erlaubt.

2. Bulgarien verschiebt seinen Eintritt in die Euro-Zone aufgrund der aktuellen Schuldenkrise

Das kündigte der bulgarische Finanzminister Simon Djankow gegenüber der Presse an.
Man werde nicht bereits im kommenden Herbst mit den Vorgesprächen beginnen, wie es ursprünglich geplant gewesen sei.
Die Gespräche würden aufgeschoben, bis das Gesamtbild der Euro- Zone klarer werde.
"Die Krise in Griechenland und anderen Staaten hat uns vorsichtig gemacht gegenüber dem Klub und den Folgen, die eine Zugehörigkeit haben würde" sagte der bulgarische Finanzminister gegenüber den Medienvertretern.

3. Erneut Massendemonstrationen in Syrien – Am Freitag gingen wieder Hunderttausende auf die Straße

Nach dem Freitagsgebet gab es in mehreren syrischen Städten erneut große Kundgebungen.
Allein in den Städten Deir Essor und Hama kamen laut aktuellen Agentur-Informationen mehr als eine Million Menschen zusammen. Mindestens zwei Demonstranten seien dabei in Homs und in Aleppo getötet worden.
Seit Beginn der Proteste Mitte März seien mehr als 1.400 Zivilisten durch das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen, melden vor Ort vertretene Nichtregierungsorganisationen.
Außerdem seien mehrere tausende Syrer festgenommen worden. Nach Informationen der taz wird in den syrischen Gefängnissen systematisch gefoltert, um AktivistInnen der Demokratiebewegung zu Geständnissen und Aussagen gegen MitaktivistInnen zu bewegen.

4. Eine ungarische Enthüllungs-Webseite will das umstrittene Mediengesetz umgehen

Die Internet- Plattform „atlatszo“ soll sich am Vorbild von Wikileaks orientieren. Der Gründer der Plattform, Tamasch Bodoky, ist ein renommierter Universitätsprofessor und Journalist. Er sagte, er wolle mit der Plattform testen, ob das ungarische Mediengesetz die Pressefreiheit garantiere oder nicht.
Bodoky berichtete auch, er habe bereits Besuch von der Polizei erhalten, die seine Festplatte beschlagnahmt habe. Das ungarische Mediengesetz wird international kritisiert. Es schreibt eine (Zitat:) "ausgewogene Berichterstattung" vor. Was „ausgewogen“ in diesem Fall bedeutet, entscheidet aber ein Medienrat, der ausschließlich mit Mitgliedern der Regierungspartei Fidesz besetzt ist.



5. Die spanische Bank Santander will umstrittenes Staudammprojekt in Brasilien jetzt doch finanzieren

Das meldet das alternative Nachrichtenportal „Amerika21.de.
Nach heftigen Protesten gegen das Projekt hatte die europäische Großbank im März die Finanzierung des Staudamms und ein dazugehöriges Wasserkraftwerk auf Eis gelegt. Bei den Protesten ging es um mögliche schwere Umweltschäden und um die Auswirkungen des Staudamm-Baus auf die indigene Bevölkerung.
Nun will die spanische Bank den Kredit von fast einer halben Milliarde Dollar offenbar trotzdem freigeben, damit der San-Antonio-Damm am Rio Madeira, einem Amazonas-Nebenfluss nahe der Grenze zu Bolivien, gebaut werden kann.

Die Menschenrechtsorganisation „Survival International„ weist ferner darauf hin, dass seit Beginn der Bauarbeiten die Malariafälle in der Region zugenommen haben. Der Bau von Straßen für die Staudämme fördere zudem die Abholzung der Wälder, was Sicherheit und Lebensqualität der indigenen Gemeinschaften beeinträchtige.


6. Vier Opfer des Kolonial- Krieges in Kenia dürfen von Großbritannien Entschädigung verlangen

Großbritannien muss möglicherweise Opfer des „Mau-Mau-Kriegs“ in Kenia entschädigen. Der Krieg führte in den 1950er und '60er Jahren zur Unabhängigkeit der ehemaligen britischen Kolonie. Dabei wurden nach Angaben der kenianischen Regierung und von Menschenrechtsorganisationen 90.000 Kenianer hingerichtet, gefoltert oder verstümmelt.
Bisher hat die britische Regierung darauf bestanden, dass sie nicht für die Taten der Kolonialregierung verantwortlich zu machen sein. Nun haben vier ältere Kenianer vor dem Londoner High Court erreicht, dass im kommenden Jahr ein Entschädigungsverfahren durchgeführt wird. Damit könnten Großbritannien weitere Entschädigungsforderungen in Millionenhöhe drohen.


Type Nachricht
Language deutsch
Subject area
Series Focus Europa
Production Date 22.07.2011
Author/s Alex, Viktoria
Radio Radio Dreyeckland, Freiburg 102,3 MHz
Adlerstr. 12
79098 Freiburg
fon: 0761/30407, fax: 0761/31868
info(at)rdl.de
Length 5:34 minutes
Name/Size 20110722-diefocuseu-42195.mp3 / 5222 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Joint Stereo, (44100 kHz)
Date 22.07.2011/21:36
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script Kein Skript vorhanden.

 
                
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