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"Aus neutraler Sicht" von Albert Jörimann - Die Westbank -

        
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Brief description Und wohin jetzt mit uns armen Schweinen? 10, 15, nein, 17 Jahre lang haben wir uns an diese Conférencier-Visage gewöhnt, an den Lügner und Betrüger, notorischen Gesetzesbrecher, Frauenstecher, der seine ersten Millionen mit dem Riesen-Neubauprojekt Milano 2 verdiente, für das er Kapitalien mobilisierte, deren Herkunft derart ungewiss waren, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als dahinter die Mafia zu vermuten;
Type Kommentar
Language deutsch
Subject area Politics/Information, Economy/Society
Series Aus Neutraler Sicht
Production Date 15.11.2011
Author/s Albert Jörimann
Radio Radio F.R.E.I., Erfurt 96,2 MHz
Gotthardtstraße 21
99084 Erfurt
fon: 0361/746742-1, fax: 0361/746742-0
redaktion(at)radio-frei.de
Length 10:47 minutes
Name/Size 20111115-quotausne-44296.mp3 / 10124 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Mono, (44100 kHz)
Date 15.11.2011/09:54
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script anschließend verschaffte ihm der bestochene Chef der sozialistischen Partei Bettino Craxi eine nationale Sendeerlaubnis für seine Privatsender, obwohl dies verboten war, und schließlich musste sich Berlusconi in die Politik werfen, da all seine Schutzgeister demontiert waren und insbesondere Craxi geradewegs ins Ausland geflüchtet war, sodass nur noch die Machtübernahme verhindern konnte, dass man ihm nicht einen seiner unzähligen, sondern schlicht und einfach den Prozess machte; und auch sein erster Ansturm auf die Regierung eben vor 17 Jahren nahm ein relativ schnelles Ende, als ihm die Mani-Pulite-Gallionsfigur, der Untersuchungsrichter Antonio Di Pietro noch im gleichen Jahr 1994 an einem internationalen Kongress zur Verbrechensbekämpfung höchstpersönlich eine Anklage-Vorladung nach Neapel überbrachte, worauf Berlusconi speditiv aus dem Amt gedrängt wurde, in das er aber nach der technischen Regierung von Lamberto Dini und verschiedenen Versuchen unter und mit der intriganten Eitelkeit von Massimo D’Alema dann wieder zurückkehrte, um den Posten mit einem zweijährigen Intermezzo unter Romano Prodi bis am letzten Wochenende innezuhaben – was sollen wir jetzt machen ohne diesen optischen Inbegriff von Schmierigkeit auf allen Ebenen, sei es als Unternehmer oder als Regierungschef oder, horribile cogitatu, als Beischläfer – wieder zerbröckelt uns ein Pfeiler der moralischen Weltordnung, vorliegendenfalls natürlich ein negativer, aber auch diese sind ausgesprochen nützlich, zerbröckelt uns also unter der Hand –

Oder auch nicht. Noch ist nicht alle Hoffnung verloren, Berlusconi bezahlt nach wie vor alle Abgeordneten seiner eigenen Partei, mit Ausnahme natürlich der Blödesten, welche den Käse selber glauben, den er bzw. eben die Partei jeweils erzählen, sowie die Abgeordneten verschiedener anderer Parteien, sodass nach wie vor damit zu rechnen ist, dass die Gesetze auf ihn maßgeschneidert werden, wobei es in dem Masse etwas schwieriger fallen dürfte, als er nicht mehr unter dem Schutz seiner Funktionsimmunität steht, aber Berlusconi war in der Beziehung, wenn auch oft nur in dieser Beziehung, aber doch immerhin in dieser Beziehung zuverlässig immer sehr kreativ. Er hat demissioniert, o.k., aber vielleicht haben wir den im nächsten Frühling schon wieder im Amt.

Er wäre sowieso noch im Amt, wenn ihn nicht die Europäer rausgedrückt hätten, und wenn ich Europäer sage, so meine ich natürlich in erster Linie euer still wirkendes Hausmütterchen, die Frau Bundeskanzlerin Merkel, vor der ich auch an dieser Stelle jenen Hut ziehe, den ich gar nicht aufhabe. Wenn sie uns dann auch noch den Putin in die Moskwa hebelt, der zwar dem Land Russland zweifellos die dringend benötigte Stabilität gebracht hat, dessen Zeit jetzt dann aber definitiv abgelaufen ist, man sollte nicht immer die gleichen Kumpel an die Honigtöpfe eines ganzen Reiches heran lassen, damit dies auch mal gesagt ist, noch mehrere Lichtjahre vor jedem Gedanken an eine russische Revolution oder so. Also, Frau Merkel, an die Arbeit, bitteschön! Europa und die Welt brauchen sie. Und wenn sie dann Russland ausgemistet haben, dann können Sie sich dem Jenseits zuwenden und auch dort einmal für Ordnung sorgen, mindestens unter jenen Organisationen, welche sich im Diesseits als Verwalterinnen eben dieses Jenseits aufspielen, das hat durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit der Verwaltung Russlands durch den Putin-Clan.

An die Palästinenser/innen-Frage dagegen kann sich niemand aus Deutschland machen, soviel steht fest, und auch ich selber verspüre keine große Lust, mich wieder zum Thema zu äußern, denn die Entwicklungslinien sind eindeutig: Israel annektiert Stück um Stück die Westbank, zum Teil unter dem Vorwand eines Volks ohne Raum, was ein relativ alter Heuler ist, und zum Teil unter gar keinem Vorwand, sondern bloß unter völligem Stillschweigen und unter allergrößter Toleranz der USA sowie der europäischen Partner; auf der anderen Seite hören die Palästinenser/innen und ihre Verbündeten einfach nicht auf, Raketen zu schmeißen und das Existenzrecht Israels zu bestreiten, und wenn das nicht reicht, dann erfindet die israelische Regierung in periodischen Abständen wieder die Gefahr eines nuklearen Angriffs, seinerzeit von Saddam Hussein, jetzt ists ein paar Kilometer weiter im Nordosten, nämlich aus dem Iran, und richtig hat die internationale Atomenergieagentur wieder Beweise dafür vorgelegt, dass der Iran an einem Atombomben¬programm gearbeitet hat. Bis im Jahr 2003. Da besteht allerdings ein dringender Handlungsbedarf. – Daneben darf man sich schon jetzt Gedanken machen wie das weitergeht nach 2020 oder vielleicht 2030, wenn nur noch einige palästinensische Enklaven auf der Westbank herumstehen; von den ideologischen Ansprüchen her sehe ich eigentlich keine weitere Expansion nach Jordanien, wenn man auch sagen könnte, dass die Juden laut der Bibel bereits einmal in babylonischer Gefangenschaft waren oder aber vor den Zeiten Moses’ in Ägypten, aber vermutlich lassen es die Israeli beim dannzumaligen Großisrael bewenden.

Man hat ja immer ein ungutes Gefühl, wenn man sich in dieser Art und Weise über die Israeli lustig oder je nachdem traurig macht, denn man weiß ganz genau, dass die antisemitischen Strömungen auf der ganzen Welt nach wie vor latent vorhanden sind; man weiß allerdings auch, dass Israel so ziemlich alles unternimmt, um diese antisemitischen Strömungen zu nähren, wobei auch dieses Urteil schwierig ist, weil man ebenso gut weiß, dass die arabische Gegen-Seite eben auch nicht auf den Kopf gefallen ist und ihrerseits versucht, die rationalen Argumente gegen ein expansives Judentum, also gegen den Zionismus umzudrehen in antisemitische Reflexe, und da gehört dann halt auch der argumentative Prügel drauf gehauen, da hilft nix. Bloß steht man hierzulande vor einem wirklich misslichen Dilemma, indem man die unbestreitbare Macht der israelischen Lobby, vor allem in den Vereinigten Staaten, noch nicht einmal nur feststellen darf, ohne dass man in den Verdacht gerät, man wolle die Ausrottung der Juden letztlich eben doch befördern und vollenden. Und wenn ich dieses Thema abschließe mit den Worten, dass es mir letztlich nur um das friedliche Zusammenleben aller Menschen, unbesehen ihrer Religion oder Nichtreligion geht, dann ist dies für die Hüter des Holocaust-Tabus natürlich erst Recht ein Grund, mich zu verurteilen. Was soll ich machen.

Das bringt mich auf die wichtige Frage, ob es vielleicht nach Religionen unterschiedliche Atheismen gibt? Ist ein jüdischer Gottesleugner vielleicht unschlüssiger als ein christlicher, dieser aber kategorischer als ein mohammedanischer? Oder gibt es im Islam gar keine Atheisten, sondern die mit logischer Vernunft Geschlagenen wandern einfach alle aus dieser Religion aus? Es tut mir Leid, dass ich ausgerechnet in solch einer wichtigen Frage überhaupt keine Antwort habe.

Eine weitere Frage konnten wir am Wochenende in den Bergen klären, nämlich jene nach der perfekten ökologischen Siedlungsform oder Hausbauweise: Die ökologisch sauberste, das heißt am wenigsten umweltfeindliche Lebensform ist eine ohne Menschen. Das ist zwar etwas unbefriedigend, aber wahr. Allerdings eröffnet sich ein Ausweg, und zwar hat es sich die Politik ja zur Gewohnheit gemacht, Kompensationszahlungen für umweltschädliches Verhalten zu verlangen und umgekehrt eben Kompensationsleistungen zu erbringen für umweltfreundliches Verhalten. Die Menschen in einer solcherart menschenfreien Siedlung dürfen also zum Ausgleich Umweltsünden begehen, dass sich die Wände biegen. Dagegen konnten wir nicht restlos klären, weshalb in unserem Umfeld sämtliche Menschen unter 30 Jahren sämtliches Bewusstsein für Umweltfragen, namentlich für die Umweltbelastung bei Flugreisen, vollkommen verloren haben. Es ist einfach ausgestorben, wie die Dinosaurier. Vielleicht sind die Dinosaurier ihrerseits nicht wie vermutet am Einschlag eines Meteoriten in Yucatan gestorben, sondern weil sie sich entschlossen haben, künftig auf den Ausstoß von CO2 zu verzichten, oder wenn nicht daran, so wenigstens an der Diskussion darüber. Dieser Ansicht müssen jedenfalls die Damen und Herren unter 30 sein, die in der allergrößten Selbstverständlichkeit zum Weihnachtseinkauf nach Montréal oder nach Seattle fahren und zurück. Berlin ist von Zürich aus eine häufiger angefahrene Destination als beispielsweise Basel, wobei man nach Basel dann mit dem Zug fährt und nach Berlin mit dem Flug; Paris dagegen ist aus Zürcher Sicht den Flug nicht mehr wert, denn dahin kommt man mit dem TGV unterdessen in 4 Stunden. – Aber eben, die Unter-30-Jährigen haben andere Ambitionen; ein Jahr ohne Australienaufenthalt ist ein verlorenes Jahr, und ein Jahr ohne mindestens 4 Länder in Südamerika geht gar nicht, wobei man sich immer fragen muss, wer von den Kumpels gerade ein Zimmer frei hat in den jeweiligen Haupt- und Nebenstädten.

Ökologisch gesehen ists ein Irrsinn, aber menschheitstechnisch gesehen mag es seine Schönheit haben, sage ich dann jeweils mir selber und jenen Leuten, die mir dabei zuhören; vielleicht kommt diese Generation einfach gar nicht mehr auf den Gedanken, dass es so etwas wie Rassenunterschiede oder Nationalismen geben könnte. Ganz sicher bin ich mir dabei nicht, denn die dabei an den Tag gelegte bzw. vorausgesetzte Allerweltsgängigkeit und Toleranz beschränkt sich vielleicht letztlich doch wieder auf eine bestimmte internationale Schicht, eine Art globales Studentenaustauschprogramm, an dem auch andere junge Menschen teilnehmen dürfen, sofern sie über gewisse Spargelder verfügen und nachweisen können, dass sie nach Ablauf des Visas wieder in ihre Ursprungsländer zurückreisen. Insofern ist auch diese Schicht nur eine Art von Vorbote eines effektiven freien Verkehrs der Personen rund um den Erdball. Sollte diese Freiheit dann aber tatsächlich einmal allumfassende Realität werden, dann würde wohl die Notwendigkeit des regelmäßigen Herumfliegens vorderhand ganz und gar entfallen. Wenn wir soweit sind, dann wird es vielmehr so aussehen, dass die Menschen ihren Lebensmittelpunkt in langsameren Bewegungen, dafür aber anhaltend immer wieder um ein paar hundert Kilometer verlagern und dann, sagen wir mal 10 Jahre in Krakau wohnen, 5 Jahre in Omsk, 7 Jahre in Irkutsk, 3 Jahre in Wladiwostok, 6 Monate in Anchorage, 9 Jahre in Chicago und dann 16 Monate in Florida, und so weiter. Bis wir aber so weit sind, müssen wir wohl noch einige Landschaften besetzen in der Westbank unserer eigenen Köpfe.

 
                
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