|
|
Vogel der Woche (197): Der Schreikradler |
|
|
|
|
|
| Brief description |
das Balzverhalten dieses Vogels ist nix für schwache Nerven... |
| Type |
Hörspiel |
| Language |
deutsch |
| Subject area |
Environment, Other |
| Series |
Vogel der Woche |
| Production Date |
05.12.2011 |
| Author/s |
hikE |
| Radio |
Radio Unerhört Marburg (RUM) 90,1 MHz
Rudolf-Bultmannstraße 2b
35039 Marburg
fon: 06421/683265, fax: 06421/961995
mail(at)radio-rum.de
|
| Length |
3:01 minutes |
| Name/Size |
20111205-vogelderwo-44827.mp3 / 4247 kB |
| File type |
MPEG-1 Layer 3, 192 kbit/s, Joint Stereo, (44100 kHz) |
| Date |
05.12.2011/10:33 |
| Lizenz |
Creative-Commons Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt,
Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
|
|
|
| Script |
Beginn Sprechtext//
Heute: Der Schreikradler. Aquila mofa.
Auf den ersten Blick ist der Schreikradler ein eher unauffälliger und ulkigerweise auch recht schweigsamer Zeitgenosse.
Er baut wie alle Adler sein unordentliches Nest irgendwo in die Hecke und zieht seine Jungen groß indem er sie mit allerlei Kleingetier vollstopft, das er - meist in plattgefahrenem Zustand - an Straßen aufsammelt.
Auch im Winter macht er das Gleiche wie relativ viele andere Vögel auch, nämlich raus aus dem Knüppelverhau der von Ornithologen und Mitgliedern der grünberockten Diana-Glaubensgemeinschaft als Horst bezeichnet wird, und rüber nach Afrika, um dort als Pauschaltourist ein bisschen Abwechslung ins Leben zu bringen und von dem Aas zu leben, was bei der Export-Produktion von Tilapiafilet so vor Ort übrig bleibt, und sich irgendwie wie ein typischer Adler benehmen, also die meiste Zeit des Tages bräsig rumsitzen und die Mundwinkel verziehen, wie wir es von den Adlern schon zur Genüge kennen.
Aber wehe, der Rückflug in die heimischen Gefilde ist geschafft, die Koffer sind aufgebaumt und die Balzzeit beginnt! Der zweite Blick auf den Schreikradler offenbart jedem, der Augen und Ohren hat, einen Blick in die unergründlich brodelnde Giftküche von Mutter Natur.
[Einsetzen Atmo]
Dann veranstaltet das Männchen des Schreikradlers etwas, was sich - in Ermangelung anderer Begriffe - nur noch als absolut würdelose Darbietung bezeichnen läßt. Er rast im Kreis um seine Reviergrenzen und gibt dabei Töne von sich, die jedem Beschreibungsversuch spotten. Aber hören wir doch das soeben vorbeikommende Schreikradler-Männchen selbst an:
[O-Ton ab Sekunde 25, danach Ausklingen der Atmo]
So, liebes Auditorium, Sie dürfen nun entspannen und Ihre in Stuhllehne, Tischplatte, Tassenhenkel oder Partner-Arm hineingekrampften Krallen wieder vorsichtig lockern. Ehrlich, versprochen mit Ehrenwort: der Schreikradler ist vorbei und wird erst in zwei Stunden und sieben Sekunden wieder an dieser Stelle vorbei kommen; so lange dauert es nämlich bis die Runde um seine Reviergrenze einmal gedreht ist.
Ihnen dürfte nun auch schlagartig klar sein, woher dieser Vogel seinen Namen hat: sein Fluggeräusch klingt wie ein Mofa, und über die Gesangseinlage... naja. Wollen wir nun schweigen.
Glücklicherweise beendet der Schreikradler nach genau 14 Tagen diesen Gesang, und klappt seinen Schnabel wieder zu für den Rest des Jahres, ansonsten wäre es auf diesem Planeten echt nicht gut auszuhalten.
Guten Morgen.
// Ende Sprechtext
|
|
[de]
[en]
[es]
[it]
[fr]
|