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Sekundärer Antisemitismus – ein Erklärungsansatz für Israel-Feindschaft in der Linken?

        
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Brief description Vortrag von Olaf Kistenmacher, Hamburg, Historiker

gehalten am 24. November 2011 im DemoZ in Ludwigsburg

Type Kommentar
Language deutsch
Subject area Politics/Information
Series Inforedaktion Stuttgart
Production Date 24.12.2011
Author/s Assoziation Emanzipation und Frieden
Radio Freies Radio für Stuttgart
Rieckestr. 24
70190 Stuttgart
fon: 0711/640044-2, fax: 0711/640044-3
info(at)freies-radio.de
Length 59:31 minutes
Name/Size 20111224-sekundrera-45355.mp3 / 55810 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Joint Stereo, (44100 kHz)
Date 24.12.2011/17:00
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script Als "sekundären Antisemitismus" bezeichnet die Kritische Theorie eine Judenfeindschaft, die erst nach 1945 entstanden ist. Dieser Erklärungsansatz wird oft für den Antisemitismus in der politischen Linken herangezogen, denn er benennt die besonderen Motive, die gerade nach 1945 für eine antifaschistische Linke zentral sind: Um Schuldgefühle abzuwehren, setzten radikale Linke die Politik des Staates Israel mit der Shoah gleich.
Doch dieser Ansatz kann nicht die Vorgeschichte des linken Antizionismus erklären: Bereits Ende der 1920er Jahre setzte die KPD den Zionismus mit dem Nationalsozialismus gleich, während sie andere Nationalbewegungen unterstützte. Ihre Tageszeitung "Die Rote Fahne" befürwortete 1929 ein Pogrom in Palästina, das über zwei Wochen andauerte und bei dem über hundert Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Zur gleichen Zeit stellten andere Artikel "Juden" als Vertreter des Kapitals und der herrschenden Klasse und als Unterstützer der NSDAP dar. Überschriften in der "Roten Fahne" lauteten in den Jahren "Das Dritte Reich schützt die jüdischen Warenhäuser" (1930), "Hitler proklamiert Rettung der reichen Juden" (1931) oder "Nazis für jüdisches Kapital" (1932). Dieser Antisemitismus war mit der gleichzeitigen Ablehnung von Judenfeindschaft insofern vereinbar, als die kommunistische Bewegung Judenhass als "Sozialismus der dummen Kerls" deutete. Diese Deutung implizierte aber, an der Vorstellung festzuhalten, "Juden" stünden tatsächlich auf der Seite des Kapitals – und der Zionismus wäre der "Kettenhund des Imperialismus" im Nahen Osten, wie die "Rote Fahne" 1925 verlautbarte.

Kommentare
25.12.2011/12:31 antje, coloRadio, Dresden
ein weihnachtliches thema!
deswegen wird diese sendung am 26.12. auf coloradio gesendet. danke!
 

 
                
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