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Marx Expedition in Leipzig |
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| Brief description |
"Spätestens seit Herbst 2008 sind auch die lautesten Verfechter der Auffassung, Kapitalismus bringe zwangsläufig Wachstum, Wohlstand und Stabilität mit sich, ziemlich still geworden. Das konservativ-liberale Weltbild scheint ins Wanken geraten zu sein, so dass eingestandene Konservative, wie z. B. der britische Journalist Charles Moore, auf einmal zu glauben beginnen, dass die Linke wohl doch recht habe. Was im Jahr 2007 als Krise des US-Immobilienmarktes begann, hat sich bis heute zu einer handfesten Weltwirtschafts- und Fiskalkrise ausgeweitet, so dass mittlerweile die Zukunft der europäischen Währungsunion auf dem Spiel steht. Unter deutsch-französischer Führung sollen die Haushaltsprobleme mittels radikaler Sparpolitik auf Kosten der LohnarbeiterInnen, vor allem in der europäischen Peripherie, gelöst werden. In Griechenland kommt es daher zur Zeit zu massiven sozialen Protesten. Hier und da wird die Krise auf das moralische Fehlverhalten einiger Akteure zurückgeführt: gierige ManagerInnen, faule SüdeuropäerInnen oder verantwortungslose PolitikerInnen. Die Erklärungen scheinen sich gegenseitig in Oberflächlichkeit zu überbieten und die sogenannten ExpertInnen wirken ebenfalls reichlich überfordert mit dieser angeblich völlig neuen Situation. Dabei gibt es schon seit langem unorthodoxe SozialwissenschaftlerInnen, die sich durch Rückgriff auf einen viel gescholtenen Klassiker kritisch mit obigen Phänomenen auseinandersetzen. Dieser Klassiker ist natürlich kein Anderer als Karl Marx. Wer einmal einen Blick in sein gut 140 Jahre altes Kapital wirft, dürfte erstaunt von der aktuellen Relevanz seiner Kapitalismusanalyse sein.
Was liegt also näher, als sich einmal genauer damit zu beschäftigen, was wir für das 21. Jahrhundert von Marx lernen können? Diese Herangehensweise ist vielleicht etwas anstrengender, ganz sicher aber weniger populistisch und oberflächlich, als das, was das Medienspektakel zu bieten hat.
Studierende der Uni Leipzig haben daher neun dieser kritischen Sozialwissenschaftler eingeladen, um einen Einblick in die Marxsche Gesellschaftstheorie zu erhalten und davon ausgehend mit euch diese aktuellen Phänomene diskutieren zu können. Vielleicht wird dann auch verständlicher, warum das herkömmliche neoliberale Weltbild auf einmal an Standfestigkeit verliert. Ziel ist, sich mit so scheinbar selbstverständlichen Phänomenen wie Kapitalismus, Staat, Arbeit und Moral aus einer etwas anderen Perspektive auseinanderzusetzen. |
| Type |
Collage |
| Language |
deutsch |
| Subject area |
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| Production Date |
17.04.2012 |
| Author/s |
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| Radio |
Radio Corax, Halle
Unterberg 11
06108 Halle
fon: 0345/4700745, fax: 0345/4700746
info(at)radiocorax.de
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| Length |
9:05 minutes |
| Name/Size |
20120417-marxexpedit-47722.mp3 / 21312 kB |
| File type |
MPEG-1 Layer 3, 320 kbit/s, Stereo, (44100 kHz) |
| Date |
17.04.2012/19:46 |
| Lizenz |
Creative-Commons Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt,
Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
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| Script |
19.04. Michael Heinrich - Das Marxsche "Kapital" in Zeiten der Finanzkrise (HS 1)
02.05. Ingo Elbe - Anonyme Herrschaft und Fetischismus. Moderne Machtverhältnisse und ihre Selbstverrätselung (HS 2)
23.05. Christoph Türcke - Marx und die Grenzen der Dialektik (HS 2)
31.05. Christian Schmidt - Entfremdung. Die Schizophrenie im Kapitalismus (HS 1)
11.06. Alex Demirovic - Wie normativ ist die Marxsche Kritik der kapitalistischen Gesellschaft? (HS 8)
19.06. Ulrich Brieler - Die Empire-Trilogie von A. Negri und M. Hardt. "Das Kommunistische Manifest" des 21. Jhd? (HS 1)
28.06. Heiner Ganßmann - Kapital und Arbeit. Ein aktueller Gegensatz? (HS 1)
05.07 Joachim Hirsch - Form und Geschichte des kapitalistischen Staates (HS 1)
12.07. Klaus Dörre - Landnahme und Wachstumszwang. Zu den Grenzen kapitalistischer Dynamik (HS1)
Alle Vorträge beginnen um 19 Uhr und finden im Leipziger Hörsaalgebäude statt. |
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Kommentare
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| 19.04.2012/07:28 |
theo, coloRadio, Dresden |
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gesendet 18.4.2012 zw. 21.30-23.00
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| vielen Dank, auch an die Macher für die Initiative |
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