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| Brief description |
Schweiz Zentrum des Rohstoffhandels?
Lithium Gewinnung in Bolivien, wer kassiert die Gewinne?
Keine Abschiebung ohne Protest. Demonstration gegen Neue Abschiebungen in Freiburg.
Freie Radios für Berlin! Ein Kommentar zur Entshceidung der Medienanstalt Berlin Brandenburg |
| Type |
Magazin |
| Language |
deutsch |
| Subject area |
Politics/Information, In other languages, Environment, Labour, International, Economy/Society |
| Series |
zip-fm - Gesamtsendung |
| Production Date |
02.05.2012 |
| Author/s |
jochen |
| Radio |
Radio Unerhört Marburg (RUM) 90,1 MHz
Rudolf-Bultmannstraße 2b
35039 Marburg
fon: 06421/683265, fax: 06421/961995
mail(at)radio-rum.de
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| Length |
30:00 minutes |
| Name/Size |
20120502-zipfmvom0-47979.mp3 / 28126 kB |
| File type |
MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Mono, (44100 kHz) |
| Date |
02.05.2012/13:56 |
| Lizenz |
Creative-Commons Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt,
Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
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| Script |
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von zip-fm. Voraussichtlich leider die einziger in der ersten Mai Woche.
Der Kampf um Rohstoffe ist in aller Munde, selbst um Abbaurechte auf dem Mond wird gestritten. Die Schweiz ohne besondere Rohstoffvorkommnisse spielt eine immer wichtigere Rolle einerseits als Handelsplatz, aber vor allem durch Firmensitze von Rohstoffkonzernen. Anlässlich der Aktionärsversammlung steht einer jetzt in der Kritik.
In Bolivien wird die Hälfte des Lithiumsvorkommen der Erde vermutet. Leicht zugänglich in Lösung. An sich sollte der Abbau staatlich erfolgen, jetzt ist aber eine koreanischer Konzern mit im Boot, so dass der Gewinn wiedermal nicht im Land bleibt.
In Freiburg gingen spontan knapp hundert Menschen auf die Straße, weil wieder ein Mann, trotz Krankheit und wenig positiven Aussichten im Zielland durch das Land Baden-Württemberg abgeschoben wurde. 400 weitere Menschen könnten folgen. Dies wollen AktivistInnen in Freiburg nicht mit machen und kündigen Protest nach jeder Abschiebung an.
Und zum Schluss bringe ich euch noch ein Kommentar zur Berliner Medienwelt zu Gehör. Ein Jahr lang gab es Freies Radio in Berlin und Brandenburg. In Potsdam sind in diesem Jahr 25 Redaktionen quasi aus dem nichts entstanden. Mitte Mai soll damit aber wieder Schluss sein.
Die Schweiz wird immer wichtiger als Drehscheibe des globalen Rohstoffhandels. Hinzu kommt, dass die Schweiz inzwischen auch wichtigen Rohstoffkonzernen als Hauptsitz dient. Das hat vor allem steuertechnische Gründe. Einer dieser Konzerne ist Xstrata.
Das milliardenschwere Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Zug. Morgen findet in Zug die Generalversammlung der Aktionäre statt. Ein Grund für verschiedene Organisationen, nach Zug zu reisen. Nicht um Millionenboni zu bewilligen, sondern um gegen Geschäftspraktiken des Grosskonzerns zu protestieren. Darunter ist auch der Bürgermeister der peruanischen Stadt Espinar.
Matthias Strasser Radio Raabe wollte von der Mitorganisatorin der Proteste und Mitarbeiterin von Multiwatch, Golda Fuentes, wissen, was denn Xstrata vorgeworfen wird.
Es geht um Ressourcengerechtigkeit bei einem besonderen Stoff, den Energiespeicher der
Zukunft:
"...Es ist in den Akkus unserer Handies drinne und in den Laptops. Das Lithium. Schon jetzt bildet Lithium den Grundstoff für allerlei Akkus, u.a. auch für Elektroautos. Mit der steigenden Nachfrage nach diesen Elektroautos könnte sich das Lithium zum Schlüsselrohstoff der Zukunft entwickeln. Und diese Erwartungen steigern die Nachfrage. Eines der größten Lithiumvorkommen befinden sich in dem Salzsee Salar de Uyuni in Bolivien...."
Abmodvorschlag:
Lithium ist also doch nicht der Stoff, aus dem die ökologischen Träume sind, anders als es uns Hersteller von Elektroautos immer
suggerieren.
Wer mehr über den Lithiumabbau in Bolivien erfahren möchte, dem sei
eine Konferenz empfohlen, den der Verein für Ressourcengerechtigkeit
Ayni e.V. für den Herbst plant. Mehr Infos dazu unter ayni-ev.de. Und
wer einen Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Menschen am Salar de
Uyuni gewinnen möchte, der könnte sich einen Dokumentarfilm anschauen:"Der Weiße Schatz
und die Salzarbeiter von Caquena (Kakena)".
Um 4 Uhr morgens am 25. April 2012 wurde ein Mann, der im Flüchtlingsheim in der Hammerschmiedstraße untergebracht war, von der Polizei festgenommen, um nach Serbien abgeschoben zu werden. Dies ist die erste Abschiebung aus Freiburg nach Ende des vorübergehenden Abschiebestopps von Baden-Württemberg nach Serbien und in den Kosovo. Der Mann leidet an Diabetes und wird in Serbien voraussichtlich keine gleichwertige medizinische Versorgung erhalten. Er wird der Roma-Minderheit zugerechnet, die auch in Serbien mit Diskriminierungen durch die Mehrheitsbevölkerung zu kämpfen hat.
Am 26. April, versammelten sich daraufhin um 18 Uhr auf dem Freiburger Rathausplatz etwa 50 Menschen, die über E-mail-Verteiler und andere Kanäle informiert worden waren. Mit Transpi, Sprechchören und eilig erstellten Flyern zog die Demonstration, die zwischenzeitlich auf etwa 90 Menschen angewachsen war, durch Freiburg. Zudem wurde bekannt, dass aktuell bis zu 400 in Freiburg lebenden Menschen eine Abschiebung droht. Dies hat Ulrich von Kirchbach (Bürgermeister, SPD), laut Irene Vogel (UL) in der heutigen Sitzung des Migrationsausschusses des Gemeinderats mitgeteilt. Im Rahmen der Tag X+1-Kampagne soll auch in Zukunft keine Abschiebung ohne Antwort bleiben. In der Collage von Radio Dreyckland hört ihr Ausschnitte aus einem Redebeitrag, die Stimmen einiger TeilnehmerInnen, die Beschwerde der beiden Stadträtinnen Irene Vogel (UL) und Monika Stein (GAF), dass die Stadt zu wenig tut, sowie einige Sprechchöre.
Ab 21. Mai ändert sich vieles auf der Berliner Frequenz 88vier. FRRAPO, das Freie Radio aus Potsdam erhält keine Lizens mehr. Die anderen Freien Radios und Radiogruppen (Pi Radio, Colaboradio, Studio Ansage) bekommen die Sendezeit gekürzt. Jenz Steiner von Funkhaus Prenzlauer Berg ist nicht ganz glücklich darüber. |
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