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WOMEX EIndrücke

        
  im internen Bereich Warum befindet sich dieser Beitrag im internen Bereich? Dass freie-radios.net einen internen Bereich einführen musste ist der Copyright-Rechtslage in diesem Land geschuldet: Auch Radiobeiträge im nichtkommerziellen Bereich werden von der Unterhaltungsindustrie nicht als Kultur-, sondern als Wirtschaftsgut betrachtet. AutorInnen dürfen ihre Sendungen/Beiträge deshalb nur dann freischalten, wenn sie keine "Gema-Musik" beinhalten.
Vielleicht wendest du dich direkt an die AutorInnen und fragst dort nach; sie hätten zukünftig die Möglichkeit, beispielsweise Musik zu verwenden, die unter einer geeigneten Creative-Commons-Lizenz (http://de.creativecommons.org/) steht und dann die Beiträge/Sendungen frei zugänglich zu machen.

MitarbeiterInnen Freier Radios können über den internen Bereich unverändert Beiträge über den Sendungsaustausch herunterladen.
Brief description Der Beitrag umfasst eine kurze Zusammenfassung der Eindrücke von der WOMEX in Newcastle/Gateshead sowie ein Interview mit Igor Roselaar vom Label Putumayo und eine Vorstellung der iatlienischen Band Fiamma Fumana.
Type Reportage
Language deutsch
Subject area Music, Culture
Production Date 01.12.2005
Author/s Susi Dieckfoß & Thomas Schroedter
Kontakt tomschrott(at)yahoo.com
Radio Radio Palmares
Banhofstr. 16
33102 Paderborn
fon: 05251-280797, fax: 05251-207558
palmares(at)frap-paderborn.de
Length 23:59 minutes
Name/Size 20051201-womexeindr-10833.mp3 / 22491 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Mono, (44100 kHz)
Date 01.12.2005/22:25
Lizenz keine
Script Nur ein Ausschnitt Fimmana Fumana:
Fiamma Fumana, Home, Mescal
Eine gehörige Portion Neugierde ist schon notwendig um sich im Dschungel des Pop Musikangebotes auf die Suche zu machen. Selten wird in diesem Dickicht die Neugierde so belohnt wie bei Fiamma Fumana aus der Emilia Romagna im Norden Italiens. Da gesellen sich ein italienischer Dudelsack (piva emiliana), ein Akkordeon und elektronische Beats zu Fiammas Gesang der es einem ein ums andere Mal kalt den Rücken herunterlaufen lässt. Seit 1999 gibt es diese Band, deren beiden CD Produktionen bisher einen Bogen um die Bundesrepublik Deutschland machten. Label in den USA, den Niederlanden in Schweden und natürlich in Italien sorgen dafür, dass die CD „Home“ ihren Weg zu den Hörerinnen und Hörern findet, nur hierzulande: Fehlanzeige.
Einzigartig, wie DJane Medhin Paolos die Musik des Dudelsack von Lady Jessica Lombardi und des Akkordeons von Alberto Cottica durch elektronische Loops und Samples zu einem neuen Ganzen verbindet. Dabei werden viele Zitate italienischer Volksmusik verarbeitet, bis hin zu einer neuen Version des Partisanenliedes Bella Ciao. Dieses Lied, in Deutschland leider oft genug zu einer Mischung aus Gröhlen und Schunkeln verkommen, bekommt hier eine neue Eindringlichkeit eingehaucht. In dieser Fassung geht es nicht mehr um den Widerstand gegen die Nazibesetzung, sondern um die schwere Arbeit auf den Reisfeldern im Norden Italiens. Zusammen mit dem „Coro delle Mondine di Novi“ wurde diese Version im November 2003 live aufgezeichnet.
Während bei Bella Ciao, die Spannung des Liedes durch eine Art Entschleunigung bis nah an die Grenze der Überdehnung getrieben wird, geht es bei der Interpretation des Volksliedes „Maridem“ (Verheirate mich) mit 120 Beats per Minute um so flotter zur Sache. Dieses Lied, bei dem akustische und elektronische Elemente in einem Guss zum Tanz animieren, steht für einen Aspekt der Musik, der sich durch die gesamte Produktion zieht: Es werden Zutaten der verschiedenen musikalischen Küchen gemischt und aus den lokalen Rezepten wird durch den Mix mit exotischen Ideen ein Sound Menue zubereitet, dass sättigt, nach mehr verlangt und dabei nicht ermüdend wirkt.
Auf der textlichen Eben kommt dies in „Sanguemisto“ zum Ausdruck. Italien das Einwanderungsland, „Eroberer und Eroberte, Seeleute und Landfahrer, die Kinder aller dieser Menschen“, sie alle bilden Sanguemisto und sorgen dafür, dass es in Italien „keine ethnische Armut gibt“.
„Gemischt ist das Blut unserer Eltern
und der Eltern unserer Eltern
und der Eltern unserer Eltern Eltern.“
Neben dem Bella Ciao hat noch ein zweites Lied auf der CD seine Wurzeln im Antifaschistischen Widerstand. „Pietà l´è morta (das Mitleid ist tot), ist die Vertonung eines Gedichts des ehemaligen Partisanen und im letzten Jahr verstorbenen Dichters Nuto Revelli. Der Autor (Der verschollene Deutsche) hatte dieses Gedicht im Winter 1943 als neuen Text zu einer traditionellen Melodie geschrieben. Fiamma Fumana, nehmen nun den Text und geben ihm eine neue Melodie.
Die Musik der Gruppe wirkt auf allen 12 Liedern der CD, und auch dem Stefano Miele Remix von "Maridem", wie ein zukunftsweisende Collage aus dem Gestern und Heute, dabei hebt sie nah und fern auf eine darüber liegende Ebene. Leider kümmert sich bisher auch kein deutscher Veranstalter um Auftritte von Fiamma Fumana. So touren sie durch Italien, USA Kanada, die Niederlande und Groß Britannien, und eben nicht durch Deutschland. Die Texte sind allerdings auf ihrer Web Seite http://www.fiamma.org in italienischer und englischer Sprache zu finden, genauso wie die Möglichkeit zwei Lieder herunter zu laden. Die CD wird von Sony Italy vertrieben und müsste im guten Plattenhandel zu bekommen sein.

 
                
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