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Antiziganismus – Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb „vergessenen“ Variante des modernen Rassismus. Teil 2. Von Roswitha Scholz

        
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Brief description Während sich Teil 1 mit der historischen Dimension des Antiziganismus beschäftigt, steht im 2. Teil die Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Antiziganismus und moderner Vergesellschaftung im Vordergrund, den Roswitha Scholz über die Theorien von Giorgio Agamben und Robert Kurz herstellt.
Type Gebauter Beitrag
Language deutsch
Subject area Other, Politics/Information
Series Wert-Los
Production Date 03.01.2008
Author/s Kooperative Haina / Radio F.R.E.I.
Radio Radio F.R.E.I., Erfurt 96,2 MHz
Gotthardtstraße 21
99084 Erfurt
fon: 0361/746742-1, fax: 0361/746742-0
mail(at)radio-frei.de
Length 59:32 minutes
Name/Size 20080103-antiziganism-20377.mp3 / 27912 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 64 kbit/s, Mono, (44100 kHz)
Date 11.03.2008/18:29
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script In der wert-abspaltungskritischen Diskussion waren Rassismus und Antisemitismus lange Nebenthemen, die bloß als vom Wert abgeleitete behandelt wurden. Dabei wurde der Antiziganismus erst recht nur am Rande benannt. In ihrem Artikel „Homo sacer und die Zigeuner“ zeigt Roswitha Scholz, dass sich eine Beschäftigung mit diesem Thema für eine arbeitskritische Position geradezu aufdrängt. „Lustig ist das Zigeunerleben“ – so ein bekanntes Lied und Klischee. Zigeuner gelten im Gegensatz zum disziplinierten Individuum der Dominanzkultur als „wild and free“, sie stehen scheinbar auf der arbeitsabgewandten Seite der Gesellschaft. Sie leben aber nicht auf Tahiti oder sonst wo weit weg, sondern sie sind „mitten unter uns“ seit Jahrhunderten und waren von Anfang an ein Bestandteil der Gesellschaften des „Zentrums“. Gleichzeitig handelt es sich beim Antiziganismus um eine Form des Rassismus, der sich vielleicht wie kein anderer durch eine tiefe Verachtung auszeichnet. „Zigeuner“ lügen, betrügen und stehlen angeblich. Ihre Existenz wurde quasi als außerhalb des Gesetzes stehend betrachtet. Gerade deswegen wurden sie wie keine andere Bevölkerungsgruppe kriminalisiert und erfasst. Der „Zigeuner“ soll so auch zeigen, wo das Mitglied der Dominanzkultur hinkommen kann, wenn es sich in der Arbeitsgesellschaft nicht angepasst verhält. Die Kernthese von Scholz lautet nun, dass der „Zigeuner“ den Homo sacer par excellence darstellt, den Menschen, der in der Moderne „vogelfrei“ gewissermaßen zum Abschuss freigegeben ist. Dies zeigt sich im übertragenen Sinne auch darin, dass der Antiziganismus bis heute selbst in einschlägigen Abhandlungen zum Thema Rassismus kaum vorkommt. So hat es auch lange gedauert, bis die Massenvernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus überhaupt thematisiert worden ist. Dieser Text kann auch als kritischer Beitrag zur so genannten Unterschichtsdebatte gelesen werden.

Der Vortrag von Roswitha Scholz basiert auf einem ausführlicheren Aufsatz, der in der wertabspaltungskritischen Theoriezeitschrift EXIT Nummer 4 erschienen ist. Auch im Internet kann dieser Aufsatz nachgelesen werden auf folgender Homepage, wo sich auch weitere Texte der Autorin und Hinweise auf ihre Buchpublikationen finden:

www.exit-online.org

Und als Direktlink auf den Aufsatz „Homo sacer und „Die Zigeuner“:
http://www.exit-online.org/linkgen.php?t...

 
                
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