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Vom Versuch in Dortmund ein Hexendenkmal zu errichten

        
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Brief description Ein Hexendenkmal gibt es in Dortmund nämlich immer noch nicht. Dabei war eigentlich schon vor 14 Jahren alles geklärt. Vom Standort bis hin zum Entwurf des Denkmals. Die Dortmunder Geschichtswerkstatt hatte sich über Jahre für ein Hexendenkmal eingesetzt und plante quasi schon die Einweihungsfeierlichkeiten.
Type Gebauter Beitrag
Language deutsch
Subject area Other, Politics/Information
Production Date 06.05.2012
Author/s Radio Brennessel
Radio Antifa-Medienzentrum Dortmund
Dortmund
Length 3:00 minutes
Name/Size 20120506-vomversuch-48044.mp3 / 2815 kB
File type MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Stereo, (44100 kHz)
Date 06.05.2012/15:06
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script Aber dann machte die Stadtverwaltung den Vorschlag mit der Errichtung des Denkmals zu warten bis die Umgestaltung der Kampstraße abgeschlossen ist. Das war 1998 – und dann passierte lange Zeit gar nichts.

In Plänen von 2008 tauchte das Hexendenkmal dann plötzlich wieder auf. Aber an einem völlig anderen Standort: nämlich am U-Turm. Angeblich wurde dieser neue Standort einvernehmlich mit allen Beteiligten ausgesucht – nur: die Geschichtswerkstatt fiel aus allen Wolken.

Eigentlich sollte das Denkmal an einer Platane neben der Reinoldi-Kirche aufgestellt werden. Denn dort war früher das Richthaus in dem die Hexenprozesse stattfanden. Und auch der Kuckelke-Mühlenteich war direkt in der Nähe. Dort wurde die Wasserprobe durchgeführt. Das heißt die Angeklagten wurden an Armen und Beinen gefesselt in den Teich geworfen. Wer nicht unterging galt als schuldig. Historisch gesehen ist der Platz an der Platane also durchaus passend für das Denkmal. Vor 14 Jahren sah das Presbyterium der Reinoldi-Gemeinde dies genauso und unterstützte die Initiative für das Denkmal.

Mittlerweile hat aber die Kirchenleitung gewechselt. Und damit auch die Meinung zu einem Hexendenkmal in der Nähe der Kirche. Nun wird befürchtet, dass durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Reinoldikirche der Eindruck entsteht, dass alleine die Kirche für die Hexenverfolgungen verantwortlich war.

Dem war auch tatsächlich nicht so. Die meisten Hexenprozesse wurden von weltlichen Gerichten durchgeführt. So auch in Dortmund. Hier führte der Rat der Stadt die Prozesse im Richthaus – und das stand gleich neben der Reinoldi-Kirche. Wenn auch ein paar Meter weiter entfernt, als der geplante Standort für das Denkmal.

Neben dem Gesinnungswandel in der Reinoldi-Gemeinde gibt es aber noch ein weiteres Problem. Und das ist die Lokalpolitik. Es ist nicht wirklich klar wer denn jetzt zuständig ist. Ist es die Bezirksvertretung Innenstadt-West? Oder ist es doch der Rat der Stadt Dortmund? Und was ist mit dem Beschluss von vor 14 Jahren? War der gültig? Man weiß es gerade nicht so genau. SPD und Grüne in der Bezirksvertretung West sind jedenfalls immer noch für das Denkmal neben der Reinoldikirche. Ob es nochmals zu einem Beschluss kommt werden die nächsten Monate zeigen.

Die Geschichtswerkstatt gibt jedenfalls nicht auf. Am 16. Mai informiert die Geschichtswerkstatt ab 17 Uhr über das Hexendenkmal – und zwar dort wo es auch hin soll – neben der Reinoldikirche.

Abmod.: Wenn Sie mehr über Hexenverfolgungen in Dortmund wissen möchten, empfehlen wir Ihnen das von der Geschichtswerkstatt herausgegebene Buch 'Lebendig verbrannt vor den Toren der Stadt'.

 
                
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