Konflikte um den Südpark in Dresden: Die Bundesgartenschau 2033 wirft ihre Schatten voraus
ID 122385
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Die Stadt Dresden will 2033 Gastgeberin der Bundesgartenschau werden. Der Südpark soll BUGA-Areal werden. Im Vorfeld könnte das 2017 eingelagerte alte Pinguin-Café aus dem Dresdner Zoo wieder aufgebaut werden. Eine lange geplante Verbindungsbrücke könnte entstehen. Kommt die BUGA, wird der Park eintrittspflichtig. Gerungen wird momentan um eine Vereinssportanlage und eine inklusive Skaterbahn. Jenz Steiner hat den momentanen Stand der Dinge für Euch recherchiert und zusammengefasst.
Die Stadt Dresden will 2033 Gastgeberin der Bundesgartenschau werden. Der Südpark soll BUGA-Areal werden. Im Vorfeld könnte das 2017 eingelagerte alte Pinguin-Café aus dem Dresdner Zoo wieder aufgebaut werden. Eine lange geplante Verbindungsbrücke könnte entstehen. Kommt die BUGA, wird der Park eintrittspflichtig. Gerungen wird momentan um eine Vereinssportanlage und eine inklusive Skaterbahn. Jenz Steiner hat den momentanen Stand der Dinge für Euch recherchiert und zusammengefasst.
Creative Commons BY-NC-SA
Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen erwünscht
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Skript
Wer in Dresden mal schnell einen Rückzugsraum im Grünen sucht, kann mal mit der Straßenbahnlinie 3 bis Kämmerswalder Straße fahren und dem Südpark einen Besuch abstatten. Auch toll, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Die können da auf einer alten Lorenbahn rumklettern oder die Röhrenrutsche auf dem neuen Waldspielplatz ausprobieren. Und eine schöne Aussicht über die Stadt gibt es obendrein.
37 Hektar ist der Südpark groß. Die Stadt Dresden hat in den letzten vier Jahren viele Hebel in Bewegung gesetzt, um aus dem Areal einerseits einen netten Freizeit- und Erholungsort zu machen, andererseits auch der Natur Platz zu geben und nachhaltige Landwirtschaft in der Stadt möglich zu machen. 400.000 Euro hat sich die Stadt das kosten lassen.
Nun winken aber noch zusätzliche Fördergelder.
Dresden holt auf einmal Pläne für eine mögliche Bundesgartenschau in zehn Jahren hier in Dresden aus der Schublade.
Schon im Januar teilte die Stadt Dresden mit, dass der Südpark und die angrenzende Kohlenstraße bis 2032 Teil des Bund-Länder-Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ zur städtebaulichen Entwicklung seien und schon bis Ende 2026 knapp drei Millionen Euro in Projekte vor Ort fließen könnten.
Vielleicht kennt Ihr die Kohlenstraße in Dresden. Da gibt es einige zu Wendezeiten sanierte DDR-Plattenbauten, meist so mit vier Etagen. Ansonsten ist es da schon sehr ländlich und man kann ins hügelige Umland schauen.
Jedenfalls gibt es auch Pläne, das alte Pinguin Café, diesen zackigen Pavillion von DDR-Architekt Erich Lippmann aus dem Dresdner Zoo im Südpark wieder aufzubauen. Das ist seit 2017 eingelagert im Dresdner Lapidarium, also vom Amt für Kultur- und Denkmalpflege. 40.000 Euro hat die Stadt damals in die Einmottung investiert.
Im Zoo gibt es inzwischen ein neues Pinguin Café. Das alte hat auch schon eine spannende Vorgeschichte. Das hieß erst Boulevard Café, stand in Berlin in der Karl-Marx-Allee und gehörte da zu einer Propaganda-Ausstellung zum 20. Geburtstag der DDR. „Kämpfer und Sieger“ hieß die. 1973 ist es da mehr oder weniger über Nacht verschwunden und im Dresdner Zoo aufgetaucht, als Pinguin Café.
Und nun könnte es bei den im letzten Herbst von Freiwilligen gepflanzten Obstbäumen im Südpark zwischen Kohlenstraße und Mittelplatz wieder auferstehen. 2024 könnten die Bauarbeiten schon losgehen.
Es gibt auch schon konkrete Pläne für ein Café drei Terrassen und Platz für 50 Gäste.
Das kann dann allerdings nur von April bis Oktober geöffnet haben. Grund dafür sind Denkmalschutz-Auflagen. Wie das bezahlt werden soll, wer das Café dann betreibt und wie es ausgestattet wird und was im Winter mit dem Bau passiert – diese Fragen sind alle noch nicht beantwortet.
Kommt die BuGa, die Bundesgartenschau in zehn Jahren wirklich nach Dresden, heißt das für den Südpark „Zaun drum“ und für die, die rein wollen: Erstmal Eintritt zahlen bitte. Zumindest für den Zeitraum der BUGA. Anwohner*innen-Tickets sind schon im Gespräch.
Dass auf dem Südpark-Gelände für die Buga Ausstellungshallen entstehen, ist erst einmal vom Tisch. Da gibt es Probleme mit der Entwässerung und dem Uni-Campus nebenan.
Und noch ein Konfliktherd bahnt sich an: das sind die Pläne für eine Vereinssportanlage und eine inklusive Skaterbahn. Was für die einen ein wichtiger Trainingsort wäre, ist den anderen zu laut und wesensfremd.
Kommt die BUGA wirklich, könnten auch andere eingemottete Pläne für den Südpark wieder auf den Tisch kommen, nämlich für eine Verbindungsbrücke zwischen Bismarcksäule und Bergstraße.
37 Hektar ist der Südpark groß. Die Stadt Dresden hat in den letzten vier Jahren viele Hebel in Bewegung gesetzt, um aus dem Areal einerseits einen netten Freizeit- und Erholungsort zu machen, andererseits auch der Natur Platz zu geben und nachhaltige Landwirtschaft in der Stadt möglich zu machen. 400.000 Euro hat sich die Stadt das kosten lassen.
Nun winken aber noch zusätzliche Fördergelder.
Dresden holt auf einmal Pläne für eine mögliche Bundesgartenschau in zehn Jahren hier in Dresden aus der Schublade.
Schon im Januar teilte die Stadt Dresden mit, dass der Südpark und die angrenzende Kohlenstraße bis 2032 Teil des Bund-Länder-Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ zur städtebaulichen Entwicklung seien und schon bis Ende 2026 knapp drei Millionen Euro in Projekte vor Ort fließen könnten.
Vielleicht kennt Ihr die Kohlenstraße in Dresden. Da gibt es einige zu Wendezeiten sanierte DDR-Plattenbauten, meist so mit vier Etagen. Ansonsten ist es da schon sehr ländlich und man kann ins hügelige Umland schauen.
Jedenfalls gibt es auch Pläne, das alte Pinguin Café, diesen zackigen Pavillion von DDR-Architekt Erich Lippmann aus dem Dresdner Zoo im Südpark wieder aufzubauen. Das ist seit 2017 eingelagert im Dresdner Lapidarium, also vom Amt für Kultur- und Denkmalpflege. 40.000 Euro hat die Stadt damals in die Einmottung investiert.
Im Zoo gibt es inzwischen ein neues Pinguin Café. Das alte hat auch schon eine spannende Vorgeschichte. Das hieß erst Boulevard Café, stand in Berlin in der Karl-Marx-Allee und gehörte da zu einer Propaganda-Ausstellung zum 20. Geburtstag der DDR. „Kämpfer und Sieger“ hieß die. 1973 ist es da mehr oder weniger über Nacht verschwunden und im Dresdner Zoo aufgetaucht, als Pinguin Café.
Und nun könnte es bei den im letzten Herbst von Freiwilligen gepflanzten Obstbäumen im Südpark zwischen Kohlenstraße und Mittelplatz wieder auferstehen. 2024 könnten die Bauarbeiten schon losgehen.
Es gibt auch schon konkrete Pläne für ein Café drei Terrassen und Platz für 50 Gäste.
Das kann dann allerdings nur von April bis Oktober geöffnet haben. Grund dafür sind Denkmalschutz-Auflagen. Wie das bezahlt werden soll, wer das Café dann betreibt und wie es ausgestattet wird und was im Winter mit dem Bau passiert – diese Fragen sind alle noch nicht beantwortet.
Kommt die BuGa, die Bundesgartenschau in zehn Jahren wirklich nach Dresden, heißt das für den Südpark „Zaun drum“ und für die, die rein wollen: Erstmal Eintritt zahlen bitte. Zumindest für den Zeitraum der BUGA. Anwohner*innen-Tickets sind schon im Gespräch.
Dass auf dem Südpark-Gelände für die Buga Ausstellungshallen entstehen, ist erst einmal vom Tisch. Da gibt es Probleme mit der Entwässerung und dem Uni-Campus nebenan.
Und noch ein Konfliktherd bahnt sich an: das sind die Pläne für eine Vereinssportanlage und eine inklusive Skaterbahn. Was für die einen ein wichtiger Trainingsort wäre, ist den anderen zu laut und wesensfremd.
Kommt die BUGA wirklich, könnten auch andere eingemottete Pläne für den Südpark wieder auf den Tisch kommen, nämlich für eine Verbindungsbrücke zwischen Bismarcksäule und Bergstraße.
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Kommentare
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| 02.06.2023 / 18:02 | Monika, bermuda.funk - Freies Radio Rhein-Neckar |
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in sonar
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| am 2.6.. Vielen Dank ! Anm.: Macht Euch keine Hoffnung: Parkzugang in Zukunft kostenpflichtig ! Mahnendes Beispiel: Luisenpark und Herzogenriedpark Mannheim (bis 1975 frei zugänglich, zur BUGA eingezäunt, nach der BUGA '75 bis heute kostenpflichtig. Eintrittspreise auf der Homepage einsehbar). | |

