Piepvogel der Woche (476): Die Mozzarelle
ID 139986
Ein Glitschflummi für alle Zwecke
Creative Commons BY-NC-SA
Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen erwünscht
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Skript
Heute: Die Mozzarelle. Mozzarella pseudocaseum.
Die Mozzarelle wird gerne und hartnäckig mit einem Weichkäse verwechselt, der von den EINEN als geschmacklos bezeichnet wird, von den ANDEREN hingegen in den zwölften oder dreizehnten Himmel gelobt, weil er, also der Käse, sooo gut zu Tomaten passt, dem Balsamico die nötige Bühne bietet und geschmacklich auch dem Basilikum nicht zu nahe tritt.
Besagte ANDERE halten den Weichkäse für einen exzellenten Jazzer, der sich dem aufgeführten Geschmacksensemble unaufdringlich anschmiegt.
Besagte EINE halten das Loblied der ANDEREN für parfümiertes Lightjazzgeschwurbel und werfen dem Weichkäse Charakterlosigkeit vor, gar Seimigkeit; mitunter fällt in den emotional aufgeheizten Diskussionen auch der sehr schwerwiegende Flutschvorwurf. Parodisten aus Reihen der EINEN verwenden "ihren Mozzarella" als "Antistressball zum Kneten", um vor grölend am Boden sich wälzendem Publikum populistische Sonderpunkte gegen die ANDEREN einzusacken, während die ANDEREN bei derartigen Darbietungen schmallippig und mit Schlangenblick reglos verharren und im Inneren Jamsession-Standards rezitieren (das ist die Art eines Jazzers, bis 100.000 zu zählen).
Es ist interessant zu beobachten, wie sich der Mensch mithilfe eines Weichkäses derart in Rage bringen und in zwei Lager spalten kann; es hat was vom furiosen Geifern winziger Hundlinge hinter geschlossenen Glastüren und lässt den Verdacht aufkommen, dass auch der Primat aufgrund innerlicher Kleinheit nicht auf die Ganz Große Drohgeste und das entsprechende Pommpommpomm-Theater verzichten kann und sich unbedingt zum Vollhorst machen muss – sobald er sich hinter Panzerglas oder Security-Personal sicher wähnt.
Wie kommt unsere Mozzarelle da ins Spiel?
Dass diese mit einem Weichkäse verwechselt wird, legte ich schon dar. Unsere Mozzarelle ist der Grund dafür, dass sich so unverhältnismäßige Aggressionen um ihren käsigen Doppelgänger überhaupt aufbauen konnten.
Sie fühlt sich an, sieht aus, schmeckt bei Dranlecken wie das recht milde handgeformte Milchprodukt mit den laminaren Strukturen, aber wenn sie wirklich mal jemensch zu verzehren oder anderweitig zu händeln versucht, passieren mitunter seltsame Dinge.
Die Mozzarelle kann sich nämlich einerseits spontan bretthart oder auch zum Flummi machen, und ihr Widerstand kommt grundsätzllich vollkommen unerwartet; durchaus nicht nur gegen den mörderischen Knetgriff des Stressball-Parodisten, sondern auch gegen den selbsterklärten Genießer mit dem Balsamico-Jazzappeal, dem sie dann wie ein Korken im Rachen steckt und per Heimlich-Manöver wieder daraus entfernt werden muss.
Die Mozzarelle kann sich aber auch spontan in einen Schleim auflösen, der es manchmal in punkto Klebrigkeit mit Karamellzucker, Superkleber oder Stummelfüßern (Onychophora) aufnimmt. Wenn sie direkt danach wieder bretthart wird, hat das eine demobilisierende Wirkung auf die beschleimte Person oder einzelne Körperteile davon.
Weder die EINEN noch die ANDEREN ahnen etwas von dem Wesen der Mozzarelle und weisen stattdessen dem jeweils gegenteiligen Lager die Schuld zu an plötzlich ausgebissenen Zähnen, Prellungen wegen Hartgummigeschossen, Magensteinen, am Boden festklebenden Schuhen oder einzementierten Händen.
Beide Lager ahnen nicht, dass die Mozzarelle keineswegs das von ihnen so gehassliebte Milchprodukt ist, sondern zu den Hornschwämmen gehört – und außer über die Superheldenkräfte von Schwämmen auch über Superheldenkräfte von Eiweißverbindungen frei verfügen kann.
Nicht immer benimmt sich die Mozzarelle so reaktiv; manchmal lässt sie sich auch servieren und mundet dann nach Ansicht der ANDEREN ganz deliziös – oder nach Ansicht der EINEN vernachlässigenswert fade. Der Mozzarelle ist es wumpe, wie sie Wem schmeckt, sie lässt sich für ihre Fortpflanzung runterschlucken und bequem im menschlichen Verdauungstrakt in Einzelzellen zerlegen, um anschließend den Ringelpiez der Gameten zu tanzen. Das Verdautwerden ist für die Mozzarelle energetisch sparsamer, als sich selbst aufzulösen.
Guten Appetit.
Die Mozzarelle wird gerne und hartnäckig mit einem Weichkäse verwechselt, der von den EINEN als geschmacklos bezeichnet wird, von den ANDEREN hingegen in den zwölften oder dreizehnten Himmel gelobt, weil er, also der Käse, sooo gut zu Tomaten passt, dem Balsamico die nötige Bühne bietet und geschmacklich auch dem Basilikum nicht zu nahe tritt.
Besagte ANDERE halten den Weichkäse für einen exzellenten Jazzer, der sich dem aufgeführten Geschmacksensemble unaufdringlich anschmiegt.
Besagte EINE halten das Loblied der ANDEREN für parfümiertes Lightjazzgeschwurbel und werfen dem Weichkäse Charakterlosigkeit vor, gar Seimigkeit; mitunter fällt in den emotional aufgeheizten Diskussionen auch der sehr schwerwiegende Flutschvorwurf. Parodisten aus Reihen der EINEN verwenden "ihren Mozzarella" als "Antistressball zum Kneten", um vor grölend am Boden sich wälzendem Publikum populistische Sonderpunkte gegen die ANDEREN einzusacken, während die ANDEREN bei derartigen Darbietungen schmallippig und mit Schlangenblick reglos verharren und im Inneren Jamsession-Standards rezitieren (das ist die Art eines Jazzers, bis 100.000 zu zählen).
Es ist interessant zu beobachten, wie sich der Mensch mithilfe eines Weichkäses derart in Rage bringen und in zwei Lager spalten kann; es hat was vom furiosen Geifern winziger Hundlinge hinter geschlossenen Glastüren und lässt den Verdacht aufkommen, dass auch der Primat aufgrund innerlicher Kleinheit nicht auf die Ganz Große Drohgeste und das entsprechende Pommpommpomm-Theater verzichten kann und sich unbedingt zum Vollhorst machen muss – sobald er sich hinter Panzerglas oder Security-Personal sicher wähnt.
Wie kommt unsere Mozzarelle da ins Spiel?
Dass diese mit einem Weichkäse verwechselt wird, legte ich schon dar. Unsere Mozzarelle ist der Grund dafür, dass sich so unverhältnismäßige Aggressionen um ihren käsigen Doppelgänger überhaupt aufbauen konnten.
Sie fühlt sich an, sieht aus, schmeckt bei Dranlecken wie das recht milde handgeformte Milchprodukt mit den laminaren Strukturen, aber wenn sie wirklich mal jemensch zu verzehren oder anderweitig zu händeln versucht, passieren mitunter seltsame Dinge.
Die Mozzarelle kann sich nämlich einerseits spontan bretthart oder auch zum Flummi machen, und ihr Widerstand kommt grundsätzllich vollkommen unerwartet; durchaus nicht nur gegen den mörderischen Knetgriff des Stressball-Parodisten, sondern auch gegen den selbsterklärten Genießer mit dem Balsamico-Jazzappeal, dem sie dann wie ein Korken im Rachen steckt und per Heimlich-Manöver wieder daraus entfernt werden muss.
Die Mozzarelle kann sich aber auch spontan in einen Schleim auflösen, der es manchmal in punkto Klebrigkeit mit Karamellzucker, Superkleber oder Stummelfüßern (Onychophora) aufnimmt. Wenn sie direkt danach wieder bretthart wird, hat das eine demobilisierende Wirkung auf die beschleimte Person oder einzelne Körperteile davon.
Weder die EINEN noch die ANDEREN ahnen etwas von dem Wesen der Mozzarelle und weisen stattdessen dem jeweils gegenteiligen Lager die Schuld zu an plötzlich ausgebissenen Zähnen, Prellungen wegen Hartgummigeschossen, Magensteinen, am Boden festklebenden Schuhen oder einzementierten Händen.
Beide Lager ahnen nicht, dass die Mozzarelle keineswegs das von ihnen so gehassliebte Milchprodukt ist, sondern zu den Hornschwämmen gehört – und außer über die Superheldenkräfte von Schwämmen auch über Superheldenkräfte von Eiweißverbindungen frei verfügen kann.
Nicht immer benimmt sich die Mozzarelle so reaktiv; manchmal lässt sie sich auch servieren und mundet dann nach Ansicht der ANDEREN ganz deliziös – oder nach Ansicht der EINEN vernachlässigenswert fade. Der Mozzarelle ist es wumpe, wie sie Wem schmeckt, sie lässt sich für ihre Fortpflanzung runterschlucken und bequem im menschlichen Verdauungstrakt in Einzelzellen zerlegen, um anschließend den Ringelpiez der Gameten zu tanzen. Das Verdautwerden ist für die Mozzarelle energetisch sparsamer, als sich selbst aufzulösen.
Guten Appetit.
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| 22.12.2025 / 20:03 | coloRadio, coloRadio, Dresden |
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