Piepvogel der Woche (481): Der Hessische Schneeleopard

ID 140522
 
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Kaum isser im Recorder, schon schneit es wie blöde...
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03:12 min, 4 MB, mp3
mp3, 192 kbit/s, Stereo (48000 kHz)
Upload vom 26.01.2026 / 10:40
Klassifizierung

Beitragsart: Hörspiel
Sprache: deutsch
Redaktionsbereich:
Serie: Vogel der Woche
Entstehung

AutorInnen: hikE
Radio: RUM-90,1, Marburg im www
Produktionsdatum: 26.01.2026
CC BY-NC-SA
Creative Commons BY-NC-SA
Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen erwünscht
Skript
Heute: Der Hessische Schneeleopard. Hassiapanther nivalis.

"Ein Leopard macht noch keinen Winter", so eine alte hessische Volksweisheit aus dem 18. Jahrhun-
dert. Ja, das stimmt – Aber ein Schneeleopard macht einen Winter, und zwar einen der sich mit allen
Lawinen gewaschen und mit allen Eiszapfen die Zähne geputzt hat!

Früher, als Hessen noch nicht von einem Löwen in rotweiß geringeltem Badeanzug regiert war, hatte
der Hessische Schneeleopard das kleine, in mehrere Staaten und Fürstentümer zerknibbelte Hessen
dermaßen unter seiner metereologischen Pranke, dass ein riesiger Gletscher die ganze Region
bedeckte und die Fürsten nur als Schneemänner und Yetis eine Chance auf ihr Fürstengetümel hatten.
Der Schneemannbau gehörte zur Staatskunst, denn das war eine der wenigen Möglichkeiten, sich
selbst ein Denkmal zu setzen. Eispaläste waren noch zum Drin Wohnen und nicht zum Drin zu
Discomusik auf die Nase Fallen. Der Hessische Schneeleopard hatte den kompletten Gletscher für sich
und konnte dort Schanzmeisen, Schneejammern und Weiße Hasen jagen.

Die ersten Wappen hessischer Fürsten zollten dem Schneeleoparden vollsten Respekt; sie führten
nicht nur sehr pummelige Katzen, sondern auch Wollknäuel im Schild, denn die einzige Möglichkeit
sich in Hessen warmzuhalten, waren dicke Socken und andere textile Produkte aus Schneeleoparden-
wolle. Kein Mensch hatte etwas dagegen, dass es in Hessen so blieb. Nicht mal die Bauern hatten was
dagegen, denn der Schneeleopard flauscht so stark, dass man aus seinem Fell meterdicke Pullover und
ganze Fachwerkhäuser stricken kann.
Irgendwann kam die Zeit, dass ein hessischer Fürstensohn mal einen Kreuzzug mitgemacht und das
überlebt hatte. Der brachte neue Ideen in seinen Ministaat mit, zum Beispiel die Idee, dass mensch in
warmem Wasser baden könnte. Zum Symbol nahm dieser Fürstensohn eine vergleichsweise schlanke
Katzengestalt in schon erwähntem Badedress auf sein Wappenschild und begann damit, Löcher in den
Gletscher zu schmelzen.

Leider war das eine der dümmsten Ideen auf der Welt, denn das Baden in warmem Wasser wurde zur
Mode in allen Fürstenhäusern der Umgebung; das Abschmelzen des Gletschers ließ den Hessischen
Schneeleoparden aussterben, der Verlust der Grundlage für die Textilwirtschaft stürzte die ganze
Region für viele Jahrhunderte in bittere Armut und leitete so ganz nebenbei den Klimawandel ein.
Deswegen kannste heutzutage in Hessen nicht mal mehr einen 30 cm großen Schneemann bauen.

Schon irgendwie schade!

Kommentare
27.01.2026 / 09:43 RDL, Radio Dreyeckland, Freiburg
gesendet im Morgenradio
Dankedanke