Der Musiker und Schauspieler Thomas Rühmann über sein Lebenswerk

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Mit seiner Arbeit hat er das kulturelle Leben in Deutschland maßgeblich mit geprägt, ganz gleich, ob auf der Bühne oder vor der Kamera. Am vergangenen Sonntag war Thomas Rühmann zu Gast bei coloRadio in unserer Sendereihe Old Man’s Rock. Der gebürtige Magdeburger sagte im Gespräch mit Gernot, dass er gerne Annett Gröschners Roman „Schwebende Lasten“ auf die Bühne bringen würde. Auch sein eigenes Leben gibt genug her, um ein Bühnenstück zu füllen. Mehr über ihn erfahrt ihr im folgenden Gespräch, das Gernot Viehweger auf coloRadio in Dresden mit ihm am 8. Februar 2026 geführt hat.
Audio
32:21 min, 74 MB, mp3
mp3, 320 kbit/s, Stereo (48000 kHz)
Upload vom 10.02.2026 / 22:10
Klassifizierung

Beitragsart: Interview
Sprache: deutsch
Redaktionsbereich: SeniorInnen, Musik, Kultur
Entstehung

AutorInnen: Gernot Viehweger
Radio: coloradio, Dresden im www
Produktionsdatum: 10.02.2026
CC BY-NC-SA
Creative Commons BY-NC-SA
Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen erwünscht
Skript
Mein heutiger Gast wird mir bestimmt zustimmen. Herzlich willkommen zu Old Rock auf Coloradio Dresden. Vom Osterzgebirge bis in die Ostlausitz und wenn es gut läuft, auch bis an die Südgrenze von Brandenburg. Und jetzt ist es an der Zeit, dass ich ihn euch vorstelle. Ich habe mich riesig gefreut, als er ja gesagt hat, weil ich ihn gefragt habe Kommst du mal zu mir ins Studio? Und heute ist er bei mir. Herzlich willkommen bei mir im Studio Thomas Rühmann. Hallo, ich freue mich auch. Es gibt übrigens einen schönen Ausspruch Wer öfter Nein sagt, muss weniger lügen. Ja, ich denke, in die Richtung Werden wir uns die Stunde in dieser Sendung bewegen. Thomas Wir sind schon beim Du. Bleiben wir dabei. Ja, freut mich. Danke. Ich habe heute vor, dich als Musiker vorzustellen. Überwiegend. Selbstverständlich werden wir ein bisschen auf deine Biografie kommen. Auf deinen. Ich nehme mal an, Haupterwerb ist es so, dass Musiker sozusagen dein Nebenberuf ist. Würdest du das so einstufen? Ich weiß gar nicht. Ich Ich würde mich eher als Halbamateur bezeichnen. Aber im Laufe des Lebens lehrt das Leben ein wahrscheinlich ein bisschen Gitarre spielen und besser singen. Je öfter man singt, desto besser wird es. Also Beruf weiß ich nicht. Es gehört einfach zu den Facetten meines Lebens und eigentlich schon immer. Deshalb ist es eher eine Leidenschaft, als das es ein Beruf ist. Ja, ich wäre die nächste Frage Wann hast du angefangen, Musik zu spielen? Na eigentlich. Ich komme aus so einer Magdeburger Großfamilie mit fünf Schwestern und einem Bruder und. Und wir konnten eigentlich irgendwie alle irgendwann Gitarre spielen. Die eine hat einen richtigen Gitarrenlehrer und. Und ich habe mir dann irgendwann für fünf und zwanzig Ostmark eine schlechte Gitarre gekauft und saß dann. Ich hatte als einziger von den Geschwistern so einen kleinen Schlauch, und da saß ich und habe es geübt. Von Neil Young. Ich glaube Eduardo Eduardo. Also die ersten drei Griffe und mit denen kann man ja schon eine ganze Menge spielen. Ja, also so weit geht Neil Young Begeisterung zurück. Na ja, wenn man so als Halbwüchsiger so einen Titel wie Helpless hört und diese Melancholie und der schwarze Horizont darin, das ist natürlich für einen Halbwüchsigen herrlich. Ja, Ja. Kommen wir zurück ins Hier und Heute. Du bist sowohl solo als auch mit Band unterwegs und du hast, soweit ich das gesehen habe, das letzte Album deiner Band mitgebracht. Das erste und das Letzte wird es nicht sein, aber es war das erste, das erste okay. Und ich habe mir vorgenommen, wenn ich Thomas Rühmann als Musiker im Studio habe, dann spielen wir seine Musik und ich werde heute anfangen wollen oder möchte anfangen mit dem Song Im Grund. Jetzt bin ich zum Ersten Mal schon stutzig geworden. Da ich mich ja vor meiner Sendung intensiv mit der Musik von Thomas Rühmann befasst habe, war ich ja der Meinung, das erste Album wären nicht die richtigen Lieder, wie wir es eben gehört haben, sondern die falschen Lieder. Warum gibt es das nicht oder was ist da mein Fehler? Mein Denkfehler? Na ja, falsche Lieder sind bei uns Kreuzungen von meinetwegen der Musik von Neil Young mit dem Text von Wenzel oder dem Text von Gundermann und Neil Young würde niemals erlauben, Das kann man auf der Bühne machen. Im Konzert ist so was möglich. Aber Neil Young würde niemals erlauben, dass man auf seine Musik einen anderen Text nimmt. Wir haben das jetzt mit einem Song von Alexico versucht und haben die Managerin gefragt. Und die sagte No, kein führt, kein Weg rein. So, und mit diesen falschen Liedern sind wir einfach viele Jahre durchs Land gezogen und es kam immer mehr dazu. Das heißt, ich sitze im Auto, höre einen Song von Bon Iver, meinetwegen. Und auf einmal legt sich da ein Text von Wenzel drauf. Ich habe viele Texte von Wenzel im Kopf, und ich fahre Auto, und auf einmal merke ich Oh, das im Metrum von der Stimmung her, das wäre ja so, und dann entsteht praktisch wieder mal ein falsches Lied. Und dann haben wir irgendwann gesagt So, jetzt müssen wir es mal richtig machen. Und dann haben uns befreundete Dichter, also Wenzel, Jon Brumme, Andre Schinkel aus Halle, haben uns ihre Texte gegeben und wir haben die Musik drauf gemacht. Und das war eben ein richtiges Lied. Das war im Grundtext von Wenzel. Bei ihm heißt es Backstage Lied und wir fanden im Grund irgendwie gut und so, der ist auf der CC mit drauf. Das ist echt gut, dass du hier bist und uns da mal aufklärst. Ich selber habe ja immer echt gegrübelt, wie es euch möglich ist und was das für eine Leistung ist, auf so einen Song, zu dem es ja meistens einen Originaltext gibt, einen eigenen Text zu machen. Wahrscheinlich sind das musikalische Gesetzmäßigkeiten, denke ich mal so, manchmal muss man nichts ändern. Also das sitzt dann da drauf und jede Silbe stimmt und jeder Ton stimmt. Und wahrscheinlich ist es das Wiederholende in den musikalischen Strukturen denke ich mal, das sind ja auch keine Übersetzungen, das sind ja wirklich. Nein, nein, es sind keine. Das hat mit dem Originalsong nichts zu tun. Aber ich füge oft praktisch ein, vielleicht den original Refrain mal mit ein oder mal eine Zeile. Wir machen auch unheimlich gerne Mumford und Sons und und und. Und da ist es dann meinetwegen ein Text. Der Winter soll wieder richtig kalt sein von Gundermann und dann kommt irgendwann Keep the earth below my feet. So, und das ist so eine ziemlich schräge Mischung. Und da die Leute die meisten Leute kennen, weder Mumford und Sons, noch kennen sie vielleicht noch. Dann die nehmen das als originäres Lied. Praktisch. Also man denkt nicht drüber nach. Nur wer Wenzel kennt, so der, der, der hört natürlich seine Melodie und denkt Das gibt es doch gar nicht. Und irgendwann aber akzeptiert man es. Es ist wie eine. Wie im Theater, wie eine andere Lesart eines anderen Textes. So entziffern. Also ich kenne ja die Variante von alle oder keiner von von Gundermann und und von der Seilschaft nach Neil Young Rocking in a free World. Da ist mir das erste Mal aufgegangen, dass es eine relativ freie Übersetzung ist. Wobei der Text schon noch Bezug zu dem original Song hat. Habe ich. So hat auch bei uns oft ein Bezug. Also ich würde nicht das Gegenteil glaube ich sagen. Das glaube ich nicht. Aber zum Beispiel bei Rocking in a free world. Wir singen das auch mit der Band Alle oder keiner und singen das in einer ganz stillen Variante. Die gefällt mir sehr, sehr gut. Machen wir seit ein paar Jahren. Also das ist nicht diese brachial Rocknummer, sondern ganz, ganz still. Und dann hört man auf den Text auch noch mal neu. Ja, ja, ja, wir kommen noch mal dazu. Du hast ja so eine Aufführung mit mit drin. Zu dem Thema kommen wir vielleicht noch dazu. Kommen wir zurück zu dem Album, wo die echten Lieder, die richtigen Lieder drauf sind. Lass uns den dritten Song spielen, das Lied hören und spielen und vielleicht hört man ein kleines Vorbild, ein klein Man hört ein bisschen Neil Young. Das mit dem Pfeifen, wenn das Pfeifen kommt. Der Kenner weiß Oh, das haben Sie sich von ihm geholt. Dann lass uns den Song mal komplett hören. Okay, Ich habe es gehört. Ich verrate es euch aber nicht, Thomas. Das heißt, eure nicht echten Lieder, die. Wie heißen Sie? Richtig. Die falschen, Die falschen, Die falschen Lieder. Muss man also. Kann man also nur live hören und erleben? Genau. Aus Rechtegründen. Aber live kann man alles machen. Und wir haben zum Beispiel im Theater. Am Rand haben wir mal einen Nachmittag, also eine Nachmittagsvorstellung gemacht mit den falschen Liedern und am Abend, neunzehn Uhr dreißig haben wir die richtigen gemacht. Ansonsten vermischen wir das. Also wir singen heute noch manche falsche Lieder und natürlich auch richtige am Rand. Da würde ich dann auch bei Gelegenheit mal hinkommen. Bleiben wir aber erst mal, wobei doch Jung und Young im Theater, am Rand, Jung und Young. Ja, das ist so ein Neil Young Gundermann Projekt. Und da gibt es eben falsche Lieder, in denen wir faktisch Neil Youngs Musik mit Texten von Gundermann vermischen, die auch Gundermann nicht praktisch dafür vorgesehen hat. Und ich sag jetzt mal so Gundermann konnte sich nicht mehr wehren und Neil Young hat es nie erfahren. So, und das ist ein Abend, da erzählen wir sehr, sehr schöne Geschichten aus einem Buch, Das heißt das Buch der von Neil Young Getöteten, von Navid Kermani und der nur so als Ausgangspunkt dessen Baby hat Drei Monats Kolik. Und dann schiebt er Neil Young ein, sogar Cortese Killer, und das Baby wird still. Und wahrscheinlich sind es die hohen Klänge in Youngs Stimme, die so auf ein Baby beruhigend wirken. Und daraus machen wir einen Abend mit Renko Dorks aus Dresden. Ja, genau. Und da habe ich es das erste Mal auch E Gitarre spielen gesehen. Ja, das ist nicht so sein Feld. Und er kriegt meine Gitarre und mein Verstärker. Er hat selber keine. Ja, genau. Er ist eigentlich nur ein reiner Akustiker. Ja, genau. Navid Kermani schon allein ein Thema. Könnte man eine Sendung machen? Ich kenne das Buch auch und ich schätze auch Navid Kermani sehr. Und als ich ihn letztens auch schon wieder zwei, drei Jahre her. Bei einer Lesung angesprochen habe und ihn gefragt habe Hörst du noch Neil Young? Selbstverständlich ja. Er ist also immer noch nach wie vor. Ich höre ihn, ich höre ihn auch noch. Er ist jetzt achtzig geworden und ich glaube, er hat jetzt gerade einen Song rausgebracht. Natürlich in seiner Manier. No more great again, No more Crime in the White House hat er ja auch gemacht. Also er hat sich, hat sich ja extra einbürgern lassen als Kanadier in den USA, um wählen zu gehen, um wählen gehen zu können. Also mir gefällt das. Der ist so eigensinnig, der hat auch immer das gemacht, was nur er will. Ist ja wohl auch mal verklagt worden wegen Nichtwirtschaftlichkeit einer Platte. Dann hat er einfach die Plattenfirma gewechselt. Das sind aber auch schöne, schräge Alben, die er da gemacht hat. Die finde ich aber auch nicht ganz schlecht. Neil Young ist ja stilistisch ungeheuer breit. Auch seine elektronischen Sachen sind ganz toll. Aber wir müssen ja jetzt nicht ins Gespräch einsteigen, sondern gehen wir noch mal rein, wieder in das Album, was du mitgebracht hast, in die richtigen Lieder und lass uns den Song sechs ach, wie war das Leben hören. Ihr müsst jetzt nicht ans Handy gehen. Ich habe auch kurz an mein Handy geschaut. Das war im Song der der Sound eines klingelnden Mobile Phones. Wenn ich so mit dir rede, höre ich eine ganze Menge Bands und Bandnamen. Was sind so deine musikalischen Favoriten? Was hörst du persönlich, wo du Anregungen holst oder auch ganz abseits deiner Musik und deiner Arbeit? Also ich mache es wie alle Musiker. Ich hole mir einfach Anregungen von den anderen und finde einfach Manfred Instanz ganz stark. Finde Alexico großartig. Dann hatte ich eine Phase Bon Iver, da kann ich jetzt mit dem heutigen nicht mehr so viel anfangen. Das ist ja manchmal so, dass die Musik trifft und dann trifft einen das im Herz und dann im Herzen und dann macht es, macht er noch was ganz anderes. Und da geht man dann nicht mehr mit. So, ansonsten in der deutschsprachigen Musik ist es natürlich Wenzel Es ist natürlich Gundermann. Es ist auch mein Bruder Martin Rühmann. Der macht auch sehr, sehr schöne eigene Songs. Das ist mir nicht so gegeben. Der ist einfach ein Dichter, und ich bin, ich nenne es mal Material umgehe. Ja, ich habe dieses Projekt Rühmann und Rühmann entdeckt, da wollte ich dich danach fragen. Na ja, da waren wir. Ich weiß noch, da haben wir im Theater am Rand ein Weihnachtsprogramm gemacht. Und ich habe so einen Rocksong aber mit dem Text von Fontane gemacht. Und da haben wir, haben die alle mitgemacht, und ich habe gedacht, das ist ja stark mit Band. Und dann kam mein Bruder mit seiner Band zufällig, und dann haben wir praktisch spielen wir mit seiner Band, machen Rühmann und Rühmann und Band und machen zum Beispiel in Magdeburg Hafenkonzerte im Sommer, was eigentlich sehr, sehr schön ist. Ja, da muss ich jetzt ganz kurz mal ein Querschlagen machen, dann haben wir Rühmann ist ja nun in der Schauspielkunst ein bekannter berühmter Name. Inwiefern? Hast du eine Beziehung dazu? Nein, Ich habe den Heinz Rühmann sehr geschätzt als Schauspieler und vor allem auch im Spätalter. Sagen wir mal so das Narrenschiff fand ich. Ich fand den ziemlich großartig. Und ansonsten bin ich froh, dass ich nichts mit ihm zu tun habe. Wenn man ihn so in so einer Familiendynastie groß wird und dann auch noch Schauspieler wird, wird man natürlich immer an ihm gemessen. Und ich muss nicht so gut sein wie er. Das ist ein großer Vorteil. Okay, also ich habe anfänglich gedacht, dass es da. Verwandtschaftliche Beziehung gibt es nicht. Nur unser Vater hat ihm zum sechzigste Geburtstag geschrieben, da drehte Heinz Rühmann gerade in Prag im Studio Warendorf. Und dann hat er ihm geantwortet und sagt Nee, Sie kommen aus Norddeutschland, ich komme aus Süddeutschland. Also da gibt es nichts Verwandtschaftliches, und es ist gut so! Ja, denke ich auch. Das ist ja schwierig. Ja, gut. Kommen wir noch mal zu dem Song, der zu dem Album Richtige Lieder und da haben wir uns noch für den Titel acht Eine Frage des Preises entschieden. Lass uns den hören. Da geht es ja schon ganz ordentlich rockig zu Wege. Thomas, du hast eine relativ stabile Band. Ich würde mich mal interessieren, dass du uns deine Band vorstellst. Am Schlagzeug gehören Eckart aus aus Erfurt. Der ist auch der Schlagzeuger, manchmal bei meinem Bruder Martin Rühmann. Dann haben wir Peter Schenderlein am Keyboard. Der ist bei der Gruppe Rumpelstil, die diese Taschenlampenkonzerte machen. Das ist wirklich toll. Dann haben wir Lexa Thomas am Bass und Michael Ritter an den Gitarren und einen tollen Techniker. Lars Minder. Und wir bezeichnen den als sechstes Bandmitglied. Ja, bleiben wir aber noch mal im musikalischen Genre, wo du sozusagen als Inszenierungen veranstaltest oder machst, im Theater, am Rand. Da habe ich noch eins entdeckt, und zwar Sugarman. Genau. Sugarman ist im Trio mit Jürgen Ehle von Pankow und Monika Herold Bassistin aus Weimar. Und wir erzählen eigentlich die Geschichte von Searching for Sugarman. Das ist ein Dokumentarfilm. Zwei tausend dreizehn hat er den Oscar bekommen und er erzählt die Geschichte von Sixto Rodriguez, der in Amerika komplett unbekannt, zwei Platten herausgebracht. Nichts ist wieder auf dem Bau arbeiten gegangen und in Südafrika hat sich diese Platte wie ein Feuer verbreitet. Und der wurde populärer als Elvis, aber wusste nichts davon. Und dann hat er acht und neunzig, da hatten wir gerade das Theater am Rand gegründet, hat der in Kapstadt. Wir haben ihn dann gefunden und dann hat er dort ein Konzert gegeben. Und seitdem auch seitdem dieser Dokumentarfilm raus ist, ist er in der ganzen Welt bekannt gewesen, konnte überall spielen und jetzt ist er zwei hundert drei und zwanzig, ist er mit zwei und achtzig verstorben und wir pflegen sein Erbe. Okay, also ich kenne die Story, aber diesen Hintergrund genauso kannte ich nicht und ihr habt ihn sozusagen schon mal so wieder zum Leben erweckt. In gewisser Weise. Und wir besetzen auch seine seine Songs mit deutschen Texten. Ich habe einfach bei Biermann und bei Hacks und bei Wenzel und so und geguckt und das, was er für die Südafrikaner war, also unter den Bedingungen der Apartheid, das war einfach. Wenzel Und das waren diese Dichter, die mir als junger Mensch unheimlich viel bedeutet hatten. Und das war so ein kleiner, so ein kleiner. Für die ostdeutsche Anti Apartheid Widerstandsbewegung war das in unserer Jugend einfach ganz, ganz wichtig. Und darum haben wir das ein bisschen anders besetzt. Einfach. Und dadurch rücken die Songs, die Songs rücken als falsche Lieder einfach näher an uns ran. Wenn ich einen englischen Song höre, muss ich immer erst übersetzen, gedanklich und schon ist die originäre Wirkung weg. Deshalb funktioniert das bei bei Sugarman auch. Wäre doch die Chance, dass es da auch eine Veröffentlichung gibt. Es geht nicht. Das geht ja auch nicht. Das geht nicht. Nee, nee, die würden das nicht erlauben. Es kann auch sein, dass Wolf Biermann nicht erlaubt, dass man mit seinen Texten musikalisch anders umgeht. Deshalb rühre ich da gar nicht dran. Ja, also auch wieder nur ein Liveerlebnis. Das ist doch okay. Ist doch okay. Okay. Ja, dann ist es eben so, Dann meine Empfehlung Auf ins Theater, am Rand oder dorthin, wo ihr demnächst auf Tournee seid. Und die Tournee? Termine kann man finden auf meiner Website Thomas Rühmann. DE Da findet man alles. Und ich bin auch in Sachsen und überall. Eigentlich sind wir überall. Ja, ihr macht ja auch Inszenierungen unterwegs, also außerhalb des Theaters, am Rand. Demnächst in Ö. Daran glaube ich. Bist du da gelegentlich dabei oder sind das nur Inszenierungen, die du verantwortest? Das ist ganz unterschiedlich. In manchen Inszenierungen bin ich ja dabei. So. Ansonsten gibt es zum Beispiel Zwischenwelten von Juli Zeh und das macht Annett Renneberg und Holger DMG. Also wir machen Gastspiele des Theaters am Rand, auch auswärts, aber oft bin ich auch mit dabei. Dann kann man dich ansprechen. Ansonsten auf deine Internetseite schauen. Genau. Und da findet man alle Termine zu Juli Zeh. Kommen wir dann noch. Habe ich letztens bei euch im Theater am Rand gesehen. Hat mich total geflasht und dann habe ich das Buch gelesen. Ungeheuer beeindruckendes Buch. Eigentlich entsteht so was. Ich lese was, es fährt mir ins Herz, unter die Haut. Und dann weiß ich, hängt auch ein bisschen ab von der Sprache, ob die fürs Theater tauglich ist. Und bei Juli Zeh war das ganz klar, weil es ja auch zwei Figuren sind, die diese Dialoge und diese Streits miteinander führen. Und da wusste ich, Das muss ich machen. Und. Und so funktioniert es im Theater am Rand eigentlich immer. Und das Schöne war Renko Dirks und Clemens Pötsch aus Leipzig ist ein ganz toller Pianist, der mit modernen Sounds arbeitet. Wir hatten nur den Arbeitstitel, als Tom Waits bei Chuck Berry auf dem Sofa lag. Also das war die Überschrift. Weiter wussten wir nichts. Und dann haben wir angefangen zu improvisieren. Und die Idee dieses Abends ist, den Backstagebereich auf die Bühne zu bringen. Alles das, was wir Musiker hinten sprechen, wird vorne auf der Bühne ausgesprochen. Das ist ein herrlicher Abend mit tollen Geschichten und tollen Songs. Genau. Lass uns ganz kurz Entspannung reinbringen und dann voll ins Theater am Rand gehen. Gut, ein Song vom Album Richtige Lieder Ich liebe dich Text von Johannes Erbecher, großer Dichter, der erste Kulturminister der DDR. Und die Musik hat Wenzel gemacht. Und das ist ein Song, den singen wir auch bei jedem Konzert. Und das ist ein bisschen ein Song für meine verstorbene Kollegin Hendrikje Fitz. Die wäre? Dieses Jahr ist die ist ihr zehnter Todestag und das ist einfach toll. Trauerarbeit legen wir diesen Song. Darum ist er auch so ein bisschen rockig geraten, weil wir da so ein bisschen oben anpochen und sie grüßen. Ja, das wurde im Song gerade eben Clemens Christian Pötsch erwähnt. Er war ja vor zwei Jahren inzwischen schon wieder mit Renko. Mit ihrem gemeinsamen Album hier bei mir im Studio haben wir das Album vorgestellt, Dort habe ich ihn kennengelernt und nachdem ich mehrere Vorstellungen von euch im Theater am Rand mit ihm erlebt habe, auch sehr schätzen gelernt. Musikalisch für mich eine absolute Inspiration. Seine Alben, die ich bis jetzt kenne, höre ich ungeheuer gerne. Musikalisch ganz toll aufgestellt. Ich habe so den Eindruck, er macht bei den Inszenierungen, bei denen er dabei ist, auch so den die, die die Arrangements und die ganze musikalische Strecke. Na klar. Wobei sie das zusammen spricht du jetzt von Renko oder von Clemens? Clemens? Von Clemens? Ja, aber das machen die. Das machen die beiden zusammen. Ich weiß noch, dass ich für Tom Waits den Renko gefragt habe und jemand anders noch. Und er sagte Nee, lass uns mal Clemens nehmen. Und das können die. Das machen die beiden eben ganz toll miteinander. Wir haben im Frühjahr was was ziemlich Wichtiges vor uns. Und zwar Es gibt einen ganz tollen Roman. Sie waren neun von Sven Strauß und beschreibt die Flucht von neun französischen Kriegsgefangenen neunzehn hundert fünf und vierzig vom Todesmarsch bis zu den Amerikanern. Das ist ziemlich großartig. Das mache ich mit neun Frauen. Und Clemens Musik macht dort mit. Und die hebt dieses, also die Macht macht es so emotional, dass ich so und er freut sich natürlich immer sehr, dass man dass man mit seiner Musik auch auf der Bühne was macht. Ja, ja, ich muss jetzt eine Frage vorziehen, die wollte ich eigentlich am Ende stellen. Wenn ich so sehe, was du im Theater alles inszenierst, was du auch selber spielst, hast du noch Zeit zum Lesen und zum Musikhören. Wann hörst du Musik, wann liest du? Und was liest du? Und Neujahr? Ja. Nein. Da hatte ich wirklich diesmal viel Zeit und habe auch wieder neuen Stoff gefunden. Ich würde unheimlich gerne von Annett Gröschner schwebende Lasten auf die Bühne bringen. Das ist ein Roman, der spielt auch noch in Magdeburg, da, wo ich groß geworden bin und also na ja, wenn mich was packt, will ich es auf die Bühne bringen. Und wenn man dann praktisch den Ort selber in der Tasche hat, das ist natürlich toll. Ja, und ich weiß ja, du kennst das Theater. So was gibt es, glaube ich, in ganz Europa so nicht. Noch mal so einen Bau mit diesen geschälten Eichen mit der Möglichkeit ist, nach drei Seiten zu öffnen im Sommer. Und manchmal kommen wir vom Horizont und die Leute gucken in die Abendsonne, in den Sturm, in den Hagel. Und wir machen mit Kunst. Wir machen Kunst und versuchen, Kunst und Natur zusammenzubringen. Oft auch die Gefährdung von Natur. Deshalb auch John Ironmonger, schottischer Autor. Keiner schreibt über den Klimawandel so wie er. So war das Ende der Welt. Jetzt wollen wir seinen dritten Roman auf die Bühne bringen. Wir nennen es die Wette. So, also wenn man einen gefunden hat, bleibt man auch dran. So, und dann muss man natürlich genau prüfen. Wir haben schon zwei Aufführungen von ihm das Jahr des Dugong und der Wal und das Ende der Welt. Und jetzt muss der Dritte eigentlich noch besser werden als der zweite. Und das erfordert jetzt viel Vorarbeit von mir und nachdenken, ob wir das in die Höhe kriegen wie die beiden anderen vorher. Wie ist der Originaltitel bei Iron Mongo? Ihr habt ihn ja anders Bär oder Der Blick auf morgen. Okay, ich weiß gar nicht, ob es bei uns inzwischen auch zu Hause liegt. Also die Iron Monkey ist auch eine Entdeckung im Theater am Rand gewesen, als sie das damals empfohlen hast. Und er war da. Der ist aus Cornwall rüber gekommen und war total begeistert. Und er war. Ich meine, wir sind weltweit das einzige Theater, das seine Stoffe, die so unter die Haut gehen, auf die Bühne bringen soll. Und das hat er. Das fand er natürlich großartig. Ja, Es ist ungeheuer bildhaft seine Bücher. Insofern ist es für mich auch ungeheuer anspruchsvoll, was ich da versucht, das auf die Bühne zu bringen. Es ist ja mehr oder minder kein Schauspiel, kein Schauspielstück, sondern es ist eine Wie nennt ihr das? Ich nenne es erzählendes Theater. Und dann springen wir auch manchmal in Dialoge sind die Figuren. Zugleich gibt es auch immer eine erzählerische Strecke, und es ist immer verbunden mit Musik. Beim Wal sind es die Songs von Sting, die unser Schauspieler Jens Uwe Bugatti ins Deutsche übertragen hat. Diesmal keine falschen Lieder, sondern, obwohl manche falsch sind, auch drin. Er hat auch manchmal Texte gemacht, die haben mit Sting gar nichts zu tun. Okay, machen wir einen kurzen Break und steigen mal ein in das neue Album, das demnächst erscheinen soll. Wir hoffen, dass es am Ende des Jahres rauskommt. Und wir haben erst mal so drei Songs. Haben wir schon mal fertig gemacht. Die Texte sind von Henry Martin Kliemt, den ich sehr schätze, Ein Dichter aus Frankfurt, oder? Und wir haben die Musik gemacht und ich finde den großartig. Dann hören wir heute schon mal was vor. Und zwar bleibendes Lied bis zum letzten Ton, bis zur letzten Note Ausgespielt. Auch möglich. Hier bei Coloradio Dresden, bei Oldmans Rock vom neuen zukünftigen Album von Thomas Rühmann und Bent Thomas. Das Theater am Rand ist für mich eine Neuentdeckung, interessanterweise durch musikalische Aufführung, also durch Reku. Und ich brauche jetzt aber schon öfters auch bei anderen Aufführungen. Mich interessiert mal so etwas einen kurzen Abriss zur Geschichte. Also ich sage jetzt mal, vor acht und zwanzig Jahren haben wir ein Stück machen wollen, Das grüne Akkordeon kriegten die Rechte nicht vom Verlag. Und dann weiß ich noch Tobias Morgenstern. Mit ihm habe ich das zusammen gegründet. Der sagte Wir pass auf, wir spielen jetzt hier bei mir im Wohnzimmer. Hier merkt es keiner. So. So haben wir angefangen. Und dann haben wir ein bisschen umgebaut und reingebaut für drei, drei und zwanzig Leute. Und dann haben wir es noch längst ins Haus genommen. Und irgendwann waren es, waren so viele Leute da, dass wir gedacht haben jetzt müssen wir mal raus und draußen. Und dann haben wir im Sommer auf der Wiese Stücke aufgeführt zu ganz einfachen, auf ganz einfachen Holzbühnen. Und irgendwann weiß ich noch saßen sieben hundert Leute da. Und dann haben wir gesagt, jetzt trauen wir uns das. Und dann haben wir dieses heutige Theater entworfen, das hat Tobias Morgenstern gemacht, haben in jeder Bauphase gespielt, und die Leute kamen dann meinetwegen zwei Monate später zur nächsten Vorstellung und dann hatte sich wieder was verändert. Und jetzt ist es, glaube ich, so, in seiner vielleicht endgültigen Form. Dazu kommt Das Land Brandenburg hat uns eine komplette energetische Sanierung ermöglicht. Wir haben eine, wir haben ein neues Dach, neue Wände, neue Heizungsanlage, eine Photovoltaikanlage. Die haben wir zu ein hundert Prozent gefördert bekommen und das in diesen wirklich schwierigen Zeiten. Und jetzt ist es ganz warm. Es regnet nicht mehr rein, die Leute sitzen nicht mehr im Zug. Wir frieren auch nicht mehr auf der Bühne und es ist jetzt irgendwie für unsere Verhältnisse ziemlich schick. Wie ist es zur Wahl dieses Ortes, dieser Location gekommen? Tobias Morgenstern hatte dort ein kleines Fachwerkhaus, in dem wir dann auch begonnen haben zu spielen. Das ist ein Ort Zollbrücke mit neunzehn Einwohnern. Zwei hundert Meter weiter ist die Oder dahinter. Da ist der Grenzpfahl Bundesrepublik Deutschland. Auf der anderen Seite ist Polen und ähm, naja, wir haben auch mal auf Festivals. Also Lieder lauschen zum Beispiel mit den Berliner Leuten, da kommen dann auch polnische Künstler. Jetzt ist es so, dass wir eine neue, neue Randwirtschaft eröffnen. Die kleine Wirtschaft nennen wir sie und da gibt es polnische Pächter. Joanna macht das uns. Also wir versuchen auch, diese Verbindung einfach zu diesem, diesem unbekannten Nachbarland irgendwie so zu intensivieren. Haben jetzt ein Kinder und Jugendtheater, was ganz, ganz toll ist. Und wenn die Jugendlichen spielen, ist das Theater voll. Also und wir nennen es im Moment ein bisschen über den Rand hinaus also oder weit genug, um anzukommen. Also wir sind einfach dabei, uns immer weiter zu entwickeln. Also du kannst. Du solltest Werbetexter werden. Ach so, nee, das war weit genug, um anzukommen. Das war eine Spinnstunde mit unserem Beirat. Das habe ich nicht erfunden. Irgendwann war das da. Ich meine, weit genug, um anzukommen. Ist doch herrlich, oder? Ja. Also, was du über das erzählst, kann ich voll und ganz bestätigen. Ist eine tolle Location. Man fährt gerne hin, man muss schauen, wo man bleibt. Aber ihr habt selbst Möglichkeiten gefunden. Für Wohnmobile, Wohnmobile gibt es einen Haufen, ein Haufen Pensionen drumherum. Also man kann kommen und. Und wenn jemand kommt, ohne sich anzumelden. Wir versuchen ihn immer reinzukriegen. Also es soll keiner draußen bleiben, nur das er das wisst. Okay. Achso, es gibt übrigens einen Podcast Podcast am Rand gibt es neuerdings auch geboren aus den neuen Ideen dieses Theaters mit Julia Bouche und meiner Person. Ja, gehen wir noch mal in das neue zukünftige Album und ich würde gerne den Song oder Ich will gerne den Song Live is Sweet spielen. Life is Sweet vom zukünftigen Album von Thomas Rühmann und Band. Wie wird der Albumtitel sein? Wissen wir noch nicht. Habt ihr noch nicht entschieden? Aber wir wären wahrscheinlich der, der Clem macht nennt seine Lieder immer verschenktes Liedlied. Glückslied. Also mal sehen. Vielleicht so eine richtige Lieder. Falsche Lieder, vielleicht verschenkte Lieder. Mal sehen. Da haben wir dann noch eins. Vielleicht ein Nachtverschenker Auch noch rein. Noch mal zurück zum Theater am Rand. Du hast davon gesprochen, dass es eine offene Bühne gibt. Wann und wie funktioniert das? Und zwar sagen wir mal ab Mai, wenn es wärmer ist. Es gibt eine normale Winterschliessung und dann gibt es. Aber irgendwann im Mai sage ich mal, dann müssen wir ein bisschen umbauen und so das vorbereiten. Und dann gibt es meinetwegen die Inszenierung mitten in Amerika von Annie Prove, und da gibt es eine Ouvertüre wie Ennio Morricone und auf einmal fährt die Halbrunde und Rückfront des Theaters, fährt auf, ganz langsam zu dieser Musik. Und dann schaut man in den Sonnenuntergang und wir kommen vom Horizont und man sieht gleich O Dust Bowl, Oklahoma, dreißiger Jahre. Und dann beginnt ein Spiel, das heißt, die Natur ist eigentlich immer anwesend. So, ja, ich habe jetzt ins Programm geschaut. Es ist jetzt für den Sommer noch nicht so sehr viel da, aber zum Beispiel Schneesturm, Schneesturm von Sorokin. Eine herrliche Geschichte. Holger, dem meine Person und Frau Trillhaas und die spielt Theremin. Die sitzt auf einem großen weißen Berg von uns, genannt der Zuckerkremmel. Und da sitzt sie oben wie eine Königin und spielt dieses Theremin, vermischt das mit modernen Sounds. Und Holger Demgen und ich, ich bin Dr. Garin und er ist der Knecht. Und wir erzählen ein Roadmovie durch das eisige, verschneite Russland und man denkt, es ist das neunzehnte Jahrhundert, ganz eindeutig und man kriegt im Laufe des Stückes mit, Es ist das Russland der Zuku